Bauernmärkte versorgen 71 italienische Krankenhäuser mit frischen Lebensmitteln aus der Region
Im Rahmen einer landesweiten Initiative werden lokale landwirtschaftliche Erzeugnisse und Ernährungsaufklärung in italienische Krankenhäuser gebracht, um eine gesündere Ernährung und die Prävention von Krankheiten zu fördern.
Die Initiative „Campagna Amica per la Salute“ (Campagna Amica für die Gesundheit) bringt Bauernmärkte in 71 Krankenhäuser in ganz Italien und bietet Patienten, Angehörigen, medizinischem Personal und Anwohnern Zugang zu frischen, regionalen, saisonalen und rückverfolgbaren landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Die Initiative wird von der Bauernorganisation Coldiretti, der Stiftung „Campagna Amica“, die die italienische Landwirtschaft unterstützt und ein Netzwerk von Bauernmärkten für den Direktverkauf betreibt, sowie der Stiftung Aletheia, einem Thinktank, der sich mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit befasst, gefördert.
Die Integration von „protective food environments“ in die Gesundheitsinfrastruktur ist heute auf nationaler Ebene möglich. –
Die Märkte finden wöchentlich oder monatlich statt, je nach den von den einzelnen Krankenhäusern festgelegten Zeitplänen.
Sie finden in sieben Gesundheitseinrichtungen in der Toskana statt; jeweils sechs in Kampanien und in der Emilia-Romagna; jeweils fünf im Piemont und in Apulien; jeweils vier in den Abruzzen, im Latium, in der Lombardei, auf Sizilien, auf Sardinien und im Veneto; jeweils drei in der Basilikata, in Kalabrien und in den Marken; jeweils zwei in Friaul-Julisch Venetien, Molise und Umbrien; sowie jeweils einen in Ligurien, im Trentino-Südtirol und im Aostatal.
Die Initiative zielt darauf ab, gesündere Ernährungsgewohnheiten zu fördern, indem nahrhafte Lebensmittel in den Mittelpunkt der Primärprävention gerückt werden und die mediterrane Ernährung als grundlegende Säule der öffentlichen Gesundheit bekräftigt wird.

Bauernmarkt „Campagna Amica per la Salute“ am Universitätsklinikum Agostino Gemelli in Rom (Foto: Coldiretti)
Die Initiative wurde am 10. Juli im Rahmen einer Pressekonferenz im Universitätsklinikum „Fondazione Agostino Gemelli IRCCS“ in Rom offiziell vorgestellt.
Zu den Vertretern der organisierenden Gruppen und der Gesundheitseinrichtung gesellten sich der Minister für Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Forstwirtschaft, Francesco Lollobrigida, der Präsident des Italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts, Rocco Bellantone, der Präsident der Region Latium, Francesco Rocca, sowie der Bürgermeister von Rom, Roberto Gualtieri. Vertreter mehrerer Krankenhäuser aus ganz Italien nahmen per Videokonferenz teil.
„Die Mikrobiomforschung hat uns gezeigt, dass Gesundheit nicht nur die Abwesenheit molekularer Erkrankungen ist, sondern die Widerstandsfähigkeit eines komplexen biologischen Ökosystems, das durch unsere Ernährung, unser Lebensumfeld und unsere Erfahrungen geprägt wird“, sagte Antonio Gasbarrini, wissenschaftlicher Direktor der Fondazione Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS und Vorsitzender des wissenschaftlichen Ausschusses der Aletheia-Stiftung.
„Die Einrichtung von Bauernmärkten in Dutzenden italienischer Krankenhäuser ist nicht nur eine symbolische Geste“, fügte er hinzu. „Sie zeigt, dass die Integration von gesundheitsfördernden Ernährungsumgebungen in die Gesundheitsinfrastruktur heute auf nationaler Ebene möglich ist und dass evidenzbasierte Prävention zu einem integralen Bestandteil des Auftrags eines modernen Krankenhauses werden kann.“

Bauernmarkt „Campagna Amica per la Salute“ im Kinderkrankenhaus „Giannina Gaslini“ in Genua, Ligurien (Foto: Coldiretti)
Am Eröffnungstag der Initiative veranstalteten mehrere Krankenhäuser Aktivitäten zur Ernährungsaufklärung, um das Bewusstsein für die Rolle der Ernährung als primäres Präventionsinstrument zu schärfen.
Coldiretti stellte zudem einen gemeinsam mit Censis, einem italienischen sozioökonomischen Forschungsinstitut, erarbeiteten Kurzbericht vor, aus dem hervorgeht, dass 97 Prozent der Italiener eine gesunde Ernährung als unerlässlich für die Vorbeugung von Diabetes, Herzerkrankungen und Adipositas betrachten. Viele Befragte gaben jedoch an, dass es ihnen schwerfällt, zwischen gesunden und ungesunden Lebensmitteln zu unterscheiden.
Der Bericht ergab, dass 88 Prozent der Italiener die tatsächliche Herkunft ihrer Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe kennen möchten.
Gleichzeitig räumten 58 Prozent der Eltern ein, dass ihre Kinder dazu neigen, bei Gelegenheit von einer ausgewogenen Ernährung abzuweichen. Der gleiche Anteil sprach sich dafür aus, den Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel einzuschränken.
„Natives Olivenöl extra gehört zu den Vorzeigeprodukten, die den Verbrauchern auf den Bauernmärkten der ‚Campagna Amica per la Salute‘ angeboten werden“, erklärte David Granieri, Vizepräsident von Coldiretti und Präsident des Olivenölproduzenten-Konsortiums Unaprol, gegenüber der Olive Oil Times.
Granieri begrüßte zudem eine neue Ausschreibung für die Schulverpflegung in Rom, die von den Stadtbehörden kurz nach dem Start der Initiative „Campagna Amica per la Salute“ vorgelegt wurde.
Das Dokument sieht den Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel in Schulkantinen zugunsten gesünderer Alternativen vor – eine Maßnahme, die von der Regionalgruppe Latium von Coldiretti nachdrücklich unterstützt wird.
„Als eine Säule der mediterranen Ernährung und ein Symbol für ‚Made in Italy‘ sollte wirklich hochwertiges natives Olivenöl extra niemals auf den Tischen der Bürger oder in öffentlichen Kantinen, einschließlich Schulküchen, fehlen, um die Gesundheit bereits von Kindesbeinen an zu schützen“, sagte Granieri.