Xylella-Ausbruch in Kalabrien bestätigt – erster Pauca-Stamm außerhalb Apuliens

Die italienischen Behörden haben den ersten bekannten Ausbruch von Xylella fastidiosa, Unterart pauca, außerhalb Apuliens bestätigt, was eine umfassende Bekämpfungs- und Überwachungskampagne in Kalabrien ausgelöst hat.

Die italienischen Behörden haben den ersten bekannten Ausbruch von Xylella fastidiosa, Unterart pauca, außerhalb Apuliens bestätigt.

Die Behörden haben das Bakterium vor etwa einem Monat an sieben Olivenbäumen in Taurianova im Süden Kalabriens nachgewiesen. Das Labor des Pflanzenschutzdienstes der Region Lombardei, das als offizielles Pflanzenschutzlabor Kalabriens fungiert, hat die ersten Ergebnisse ermittelt.

Die Proben wurden anschließend an das nationale Referenzlabor in der Abteilung für Bakteriologie des CREA-DC in Rom geschickt, das bestätigte, dass die Bäume mit derselben Xylella-Unterart infiziert waren, die für den verheerenden Ausbruch verantwortlich ist, von dem Millionen von Olivenbäumen in Apulien betroffen sind.

Im Gebiet um Taurianova läuft derzeit eine groß angelegte Überwachungsaktion, bei der die Behörden eine Gruppe von sechs infizierten Olivenbäumen sowie einen siebten positiv getesteten Baum in einigen hundert Metern Entfernung identifiziert haben.

Nach der Entdeckung haben die regionalen Behörden einen umfassenden Eindämmungs- und Tilgungsplan in Kraft gesetzt. In einem in den sozialen Medien veröffentlichten Video erklärte der kalabrische Regionalrat für Landwirtschaft, Gianluca Gallo, der Plan ziele darauf ab, die Infektion zu tilgen und eine weitere Ausbreitung des Bakteriums zu verhindern.

Die Regionalregierung stellte 300.000 Euro zur Bewältigung der Notfallphase bereit.

Gemäß den Vorschriften der Europäischen Union haben die Behörden um jeden infizierten Baum eine 50 Meter breite Sperrzone eingerichtet. Innerhalb dieser Bereiche entfernen die Behörden infizierte Pflanzen sowie andere Arten, von denen bekannt ist, dass sie für das Bakterium anfällig sind.

Die Behörden haben eine 2,5 Kilometer breite Pufferzone um die infizierten Gebiete eingerichtet. Dort werden verstärkte Überwachungs-, Probenahme- und Maßnahmen zur Vektorkontrolle durchgeführt, um festzustellen, ob sich das Bakterium über den bekannten Ausbruchsherd hinaus ausgebreitet hat.

Das Programm sieht Tausende von Tests im gesamten abgegrenzten Gebiet vor. Der potenziell betroffene Pflanzenbestand wird auf etwa 80.000 Pflanzen geschätzt, die sich auf rund 1.200 Hektar Olivenhaine und weitere 500 Hektar umliegendes Land erstrecken.

Da nicht jede potenziell für Xylella anfällige Pflanze getestet werden kann, ist die Untersuchung statistisch konzipiert. Ein negatives Ergebnis kann nicht beweisen, dass das Bakterium vollständig fehlt, aber es kann mit einem definierten Konfidenzniveau darauf hinweisen, dass etwaige unentdeckte Infektionen unterhalb einer sehr niedrigen Schwelle bleiben.

Der Plan sieht vor, dass Landbesitzer oder der regionale Pflanzenschutzdienst die entfernten Pflanzen vor Ort vernichten. Vor der Entfernung müssen Maßnahmen gegen Insektenvektoren durchgeführt werden, um zu verhindern, dass diese während der Arbeiten verbreitet werden.

Die Wurzeln infizierter Bäume müssen ebenfalls vollständig entfernt oder, sofern dies nicht möglich ist, abgetötet werden, um ein Nachwachsen zu verhindern.

Nicht infizierte monumentale Olivenbäume können gemäß den Ausnahmeregelungen der EU-Verordnungen von der Entfernung ausgenommen werden.

Der regionale Plan sieht zudem Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung von Philaenus spumarius, der Wiesen-Schaumzikade und einem der Hauptüberträger von Xylella, vor.

Im gesamten abgegrenzten Gebiet sind Kommunalbehörden, Landwirte und Baumschulbetreiber verpflichtet, Maßnahmen zur Reduzierung der Vektorpopulationen und zur Begrenzung des Risikos einer weiteren Übertragung umzusetzen.

Der Plan schränkt zudem den Pflanzenverkehr und den Holztransport stark ein. Für Neuanpflanzungen innerhalb der infizierten Zone dürfen nur Olivensorten verwendet werden, die als resistent oder tolerant gelten, darunter Leccino, Lecciana, Leccio del Corno und Favolosa.

Der Ausbruch hat aufgrund der entscheidenden Rolle Kalabriens für die italienische Olivenölproduktion weitreichende Besorgnis ausgelöst.

Kalabrien verfügt über mehr als 180.000 Hektar Olivenhaine, was etwa 17 Prozent der italienischen Olivenanbaufläche ausmacht. Die Region produziert in einem durchschnittlichen Jahr etwa 30.000 bis 35.000 Tonnen Olivenöl und zählt neben Apulien und Sizilien zu den drei größten Anbauregionen des Landes.

In Kalabrien bauen fast 80.000 landwirtschaftliche Betriebe Oliven an, wobei etwa ein Drittel der Olivenanbaufläche der Region biologisch bewirtschaftet wird.

Coldiretti, Confagricoltura und andere Verbände, die Landwirte, Olivenbauern und Ölmühlenbetreiber vertreten, haben den von den regionalen Behörden angekündigten Plan begrüßt.

Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, um das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs zu ermitteln. Die Überwachungsergebnisse sollen zeigen, ob es sich bei den sieben positiv getesteten Olivenbäumen um einen lokal begrenzten Ausbruch handelt oder ob sich das Bakterium bereits über die derzeit identifizierten Standorte hinaus ausgebreitet hat.

Selbst wenn keine weiteren positiven Pflanzen festgestellt werden, wird die Überwachung noch mehrere Jahre fortgesetzt. Gemäß dem regionalen Plan kann die Sperrzone erst aufgehoben werden, nachdem das Bakterium vier Jahre in Folge nicht mehr nachgewiesen wurde.