Spaniens Olivenölabsatz 2022 liegt nur leicht unter den Erwartungen
Der Olivenölabsatz in Spanien bleibt trotz der zahlreichen Probleme und Preissteigerungen im Laufe des Jahres 2022 relativ stabil.
Trotz Rekordernteausfällen, explodierender Kosten und rekordverdächtigen Preisanstiegen meldete der spanische Verband der industriellen Abfüller und Raffinierer von Speiseölen (Anierac) für das Jahr 2022 stabile Olivenölverkäufe. Seine Mitglieder verkauften 2022 305,31 Millionen Liter gegenüber 309,35 Millionen Litern im Jahr 2021, was einem Rückgang von nur 1,31 Prozent entspricht.
Auch bei den Verkäufen von nativem Olivenöl extra war 2022 insgesamt ein leichter Anstieg (0,86 Prozent) zu verzeichnen. Die Daten von Anierac zeigen jedoch, dass sich der heimische Markt im letzten Quartal weg von nativem Olivenöl extra hin zu nativem Olivenöl verlagert hat.
Siehe auch: Nachrichten aus der OlivenölbrancheVon Oktober bis Dezember 2022 belief sich der Absatz von nativem Olivenöl extra auf 31 Millionen Liter. Das entspricht einem Rückgang von 4,67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Demgegenüber wurden 7,26 Millionen Liter natives Olivenöl verkauft, verglichen mit 6,58 Millionen Litern im Jahr 2021, was einem Anstieg von 10,30 Prozent entspricht.
Bei den Olivenölmischungen blieb der Absatz von Sauve-Mischungen (mit mehr nicht-nativem als nativem Öl) in etwa auf dem Niveau von 2021. Im Gegensatz dazu gingen die Intenseo-Mischungen (mit mehr nativem als nicht-nativem Öl) deutlich um 23,87 Prozent zurück – der größte Rückgang in allen Kategorien.
Die Verkaufszahlen für das deutlich günstigere Oliventresteröl beliefen sich auf insgesamt 18,30 Millionen Liter, was einem Anstieg von 16,41 Prozent entspricht. Dies ging einher mit einem Rückgang der Verkäufe von Pflanzenölen (vor allem Sonnenblumenöl) um 10,43 Millionen Liter bzw. 3,04 Prozent, die von starken Preisanstiegen und Engpässen aufgrund des Krieges in der Ukraine betroffen waren.
Die Widerstandsfähigkeit des spanischen Olivenöl-Binnenmarktes bestätigt die Einschätzung von Branchenexperten wie Juan Luis Ávila von der COAG, der im Dezember erklärte: „Eine spanische Familie verbraucht im Durchschnitt 40 Liter Olivenöl pro Jahr. Wenn wir dies auf den Monat und pro Familienmitglied umrechnen, beträgt der [Preis-]Anstieg nur wenige Cent. Die Menschen werden die mediterrane Ernährung nicht aufgeben, um 60 € im Jahr zu sparen.“