Andalusische Ackerflächen werden aus dem Weltraum überwacht
Ein Nanosatellit wird den lokalen Landwirten Daten über die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die regionale Umwelt liefern.
Ein kleiner Satellit, der mit hochauflösenden Multispektralkameras ausgestattet ist, wird bald seine elektronischen Augen auf die andalusischen Felder in Spanien richten.
Der Nanosatellit wird im kommenden Oktober mit einer Falcon-9-Rakete von einer SpaceX-Basis in Kalifornien oder Florida aus gestartet. Sobald er sich in der Umlaufbahn befindet, wird das Gerät wichtige Daten für den Agrarsektor der Region sammeln und übertragen.
Der Satellit wird die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Gebiet und seine natürlichen Ressourcen überwachen und so eine völlig neue Fülle an Informationen liefern, die als Grundlage für künftige politische Maßnahmen zum Umweltschutz und zur nachhaltigen Landwirtschaft dienen können.
Siehe auch: Ausweitung von Olivenhainen bedroht gefährdete Vogelarten in SpanienWie in der offiziellen Pressemitteilung berichtet, ist das neue Gerät das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen der Junta de Andalucía, der andalusischen Regionalregierung, und dem LifeWatch-ERIC-Projekt, einer europäischen Forschungseinrichtung, die sich mit Biodiversität und Ökosystemen befasst. Die andalusische Agentur für Landwirtschaft und Fischerei (AGAPA) ist ebenfalls Teil der Initiative.
Der Nanosatellit wird von der Firma Open Cosmos gebaut, die in Andalusien gegründet wurde. Sein Kontrollzentrum wird im Nationalpark Doñana in Südspanien angesiedelt sein. Der Betrieb erfolgt in Zusammenarbeit mit der Universität Huelva.
Der Nanosatellit wird als Teil einer Konstellation aus 12 Geräten betrieben. Durch die Teilnahme an dem Projekt erhalten die Partner Zugang zu allen relevanten Informationen, die von der Konstellation erfasst werden.
Wie TheDailyGuardian berichtet, wird die vom Satelliten gelieferte Weltraumaufnahme eine makroskopische Beobachtung der Region ermöglichen.
Es gibt drei Ebenen der Datenerfassung zu den Auswirkungen der Landwirtschaft. Die erste Ebene bietet eine mikroskopische Analyse von Boden- und Meeresmikroorganismen. Die zweite Ebene nutzt Sensoren und Drohnen, um Echtzeitinformationen über menschliche Aktivitäten und die Umwelt zu liefern. Die vom Satelliten bereitgestellte makroskopische Beobachtung stellt die dritte Ebene dar.
Laut Carmen Crespo, Ministerin für Landwirtschaft, Fischerei, Wasser und ländliche Entwicklung der Junta de Andalucía, unterstreicht das neue Projekt die entscheidende Rolle von LifeWatch ERIC, das „wichtige Daten liefert, die bessere Entscheidungen im Streben nach nachhaltiger Landwirtschaft und dem Erhalt der biologischen Vielfalt ermöglichen“.
Crespo betonte, dass solche Innovationen es Andalusien ermöglichen würden, die von der Europäischen Kommission vorgegebenen ökologischen und landwirtschaftlichen Ziele zu erreichen.