Behörden in Apulien stellen neuen Ausbruch von Xylella fastidiosa fest

Bei fast 120 Olivenbäumen wurde eine Infektion mit dem Bakterium festgestellt. Die Behörden entdeckten Xylella fastidiosa zudem auf einer bisher unbekannten Wirtspflanze.

Ein neuer massiver Ausbruch von Xylella fastidiosa in der süditalienischen Region Apulien hat die lokalen Behörden dazu veranlasst, in dem Gebiet neue Infektions- und Sperrzonen auszuweisen.

An der Ostküste Apuliens, südlich von Bari, wurden 119 neu infizierte Olivenbäume identifiziert.

Die lokalen Labore des Nationalen Forschungsrats haben bereits das Vorhandensein des Bakteriums Xylella fastidiosa pauca bestätigt, das das tödliche Olive Quick Decline Syndrome verursacht. Die Krankheit hat in den letzten zehn Jahren Hunderttausende von Bäumen in der Region getötet.

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Infolgedessen haben die Pflanzenschutzbehörden in Apulien das Valle d’Itria offiziell als neue rote Zone ausgewiesen. Das betroffene Gebiet umfasst Monopoli, Polignano, Alberobello und einen Teil von Castellana Grotte.

Die Bäume wurden im Rahmen des flächendeckenden Xylella-Überwachungsprogramms identifiziert, das von den Behörden mit Hilfe lokaler Landwirtschaftsverbände und Freiwilliger durchgeführt wurde.

Die Bäume, bei denen eine Infektion mit dem Erreger festgestellt wurde, werden gemäß dem europäischen Protokoll zur Ausrottung und Eindämmung vernichtet. Die Maßnahmen sehen vor, dass jeder Olivenbaum im Umkreis von 50 Metern um die infizierte Pflanze vernichtet werden muss.

Da sich Xylella fastidiosa vermehren und Hunderte von Pflanzenarten befallen kann, sieht das aktuelle Protokoll auch eine umfassende Überwachung der gesamten Vegetation sowie die Beseitigung aller potenziellen Quellen für weitere Infektionen vor.

Die neue rote Zone wird von einer fünf Kilometer breiten Pufferzone umgeben sein, in der auch die vorhandene Vegetation überwacht wird.

Obwohl diese Maßnahmen in den letzten Jahren ergriffen wurden, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, infiziert Xylella fastidiosa weiterhin Bäume in neuen Gebieten.

Seit Juni wurden mehr als 1.000 Olivenbäume vernichtet, um die Infektion einzudämmen. Seit Xylella fastidiosa vor fast 10 Jahren erstmals in der Region entdeckt wurde, hat sie sich auf etwa 8.000 Quadratkilometer ausgebreitet, was etwa 40 Prozent der Fläche Apuliens entspricht.

Im Jahr 2022 wurden 240 neu infizierte Olivenbäume identifiziert, was darauf hindeutet, dass die Infektion den derzeitigen Überwachungs- und Eindämmungsstrategien entgehen kann.

Einer der Gründe für die neuen Ausbrüche ist die Fähigkeit des Bakteriums, eine Vielzahl von Pflanzen zu befallen. Wenige Stunden nach der Einrichtung der neuen roten Zone identifizierten lokale Forscher Xylella fastidiosa in einem bisher unbekannten Wirt: Prunus mahaleb.

Insgesamt sind fast 600 bekannte Pflanzenarten anfällig für eine Infektion mit Xylella fastidiosa.

Donato Boscia, Wissenschaftler am Nationalen Forschungsrat, erklärte, dass Prunus mahaleb, der in Apulien weit verbreitete Kirschunterlage, die 36. in der Region identifizierte Wirtspflanzenart sei.

Savino Muraglia, Präsident von Coldiretti Puglia, einem Landwirtschaftsverband, bezeichnete die Entdeckung als erheblichen Rückschlag für die lokalen Olivenbauern.

„[Es ist] ein weiterer Schlag für landwirtschaftliche Betriebe und Baumschulen sowie für die Pflanzenschutzämter in der Region“, sagte er. „Die Situation gefährdet die wirtschaftlichen Aktivitäten in den von Xylella betroffenen Gebieten und sogar die Stellung der apulischen Baumschulen auf den internationalen Märkten, die einen entscheidenden Teil der ‚Made in Italy‘-Exporte ausmachen.“