Kroatien gewinnt die Olivenernte-Meisterschaft

Das vierköpfige Team aus lokalen Gastronomen erntete bei der sechsten Ausgabe der Weltmeisterschaft im Olivenpflücken 48,2 Kilogramm Oliven von Hand.

Ein Team aus Kroatien hat die sechste Ausgabe der Weltmeisterschaft im Olivenpflücken auf der adriatischen Insel Brač gewonnen.

Die einzigartige Veranstaltung fand in den Olivenhainen rund um Postira an der Nordküste der kroatischen Insel statt. 

Wir fei­ren die Olive und verbrei­ten die Oliven­kul­tur welt­weit, sagte Ivana Jelinčić, Leiterin des Tourismus­ver­ban­ds von Postira, der auch der Hauptver­an­r­ter der Meis­ter­schaft ist, gegenüber Olive Oil Times.

Siehe auch: Gastronomen und Produzenten in Kroatien diskutieren über Aufschläge für lokale Olivenöle

Elf Teams aus europäischen Ländern und ein Team von Digital-Nomaden, die auf der Insel ansässig sind, nahmen an der Veranstaltung teil, die das kroatische Team zum zweiten Mal gewann.

Vier lokale Gastronomen vertraten das Team Kroatien. „Der Olivenanbau liegt uns im Blut. Wir haben so gut gepflückt, wie wir konnten“, sagte Marina Martinić und machte keinen Hehl aus ihrer Zufriedenheit, nachdem sie dem Gastgeber geholfen hatte, den Titel zum ersten Mal seit 2017 zurückzugewinnen.

Der Start der 6. Weltmeisterschaft im Olivenpflücken

Der Start der 6. Weltmeisterschaft im Olivenpflücken

Die Aufgabe für die Teilnehmer war nicht einfach, da die gesamte Ernte von Hand erfolgte. Jedes Team, bestehend aus vier Mitgliedern (zwei Frauen und zwei Männern), pflückte in 45 Minuten so viele Oliven wie möglich.

Das Team aus Kroatien gewann mit deutlichem Vorsprung und erntete 13,2 Kilogramm Oliven mehr als der Zweitplatzierte Montenegro, der die Ausgabe 2019 des Wettbewerbs gewonnen hatte. Polen, das 2021 und 2022 den Titel holte, schickte in diesem Jahr kein Team.

Platz
Team
Gesamt (kg)
1
Kroatien
48,2
2
Montenegro
35
3
Deutschland
34
4
Österreich
33,8
5
Irland
33,6
6
Serbien
33
7
Bosnien und Herzegowina
31,4
8
Litauen
31,2
9
Digitale Nomaden
30,8
10
Lettland
26,2
11
Italien
26
12
Spanien
21,8

Zwar gewann nur ein Team den Titel des Olivenernte-Champions, doch die Teilnehmer sagten, sie hätten die positive Energie und die Freude genossen, Teil einer gemeinschaftlichen Tradition zu sein.

Ich bin zum ersten Mal in Kroatien und freue mich sehr, hier zu sein und dieses wunderbare Projekt zu unterstützen“, sagte Virginia Scapinelli aus Italien.

Während der Meis­ter­schaft fand im Olivenhain au­ßer­hin­den ein Quiz zum Thema Olivenanbau statt. Vertreter aus Montenegro gewannen das Mini-Event und er­hielten je­n­e als Preis eine Uhr aus dem berühmten weißen Kalkstein der Insel.

Team Montenegro gewann das Mini-Quiz zum Olivenanbau.

Team Montenegro gewann das Mini-Quiz zum Olivenanbau.

Abseits des Wettbewerbs konnten die Teil­neh­mer lokal her­gestelltes natives Olivenöl extra verkosten, das 2022 eine Zertifizierung als geschützte Ursprungsbezeichnung erhielt, andere Haine und lokale Ölmühlen besu­chen sowie an Abendessen und anderen Abend­ver­anstalt­ungen teil­ne­men.

Jelinčić sagte, die Idee sei, dass die Besucher ein umfassendes Erlebnis der Kultur der Insel genießen können.

Wir beweisen, dass Landwirtschaft und Tourismus Hand in Hand gehen können“, sagte sie. „So gewährleisten wir ein authentisches touristisches Erlebnis und ein gesundes und angenehmes Leben für die Einheimischen.“

Neben den Teil­neh­mern waren auch Vertre­ter der Poetica-Brennerei aus Vrgorec in Zentral­Dalmatien bei der diesjährigen Veranstaltung dabei. 

Ein Vertreter der Brennerei Poetica aus Vrgorec warb für einen Gin auf Olivenblattbasis.

Ein Vertreter der Brennerei Poetica aus Vrgorec warb für einen Gin auf Olivenblattbasis.

In Zusammenarbeit mit TZO Postira entwarfen und produzierten sie eine exklusive Auflage von 200 Flaschen Gin mit Olivenblättern aus Postira. Sowohl der Gin als auch seine Hersteller fügten sich perfekt in die ungewöhnliche Atmosphäre der Veranstaltung ein.

Kaisu Koskela, eine Finnin aus dem Digital Nomads-Team, nahm bereits zum dritten Mal an dem Wettbewerb teil. „Oliven haben viel­fache sym­bo­li­sche Bedeutungen, die gut zu dig­i­talen Nomaden passen“, sagte sie. „Wir freuen uns, dass wir sie hier ver­treten können.“ 

Jelinčić feierte den Erfolg der Veranstaltung, die vom Creative Tourism Network als beste kreative Erfahrung im Tourismus 2019 ausgezeichnet und 2020 auf der Tourismusmesse FITUR in Madrid mit einem Preis gewürdigt wurde.

Die Auszeichnung ist eine große Anerkennung, aber sie verpflichtet uns dazu, uns weiter zu verbessern“, sagte Jelinčić.