Das Olivenöl von der kroatischen Insel Brač erhält von der Europäischen Kommission den DOP-Status
Nach dreijähriger Zusammenarbeit mit Zagreb und Brüssel haben die Erzeuger der kleinen Insel den offiziellen Schutz für ihr überwiegend aus der Sorte „Oblica“ gewonnenes natives Olivenöl extra erhalten.
Olivenöl von der kroatischen Insel Brač erhielt am 31. Januar 2022 von der Europäischen Kommission den offiziellen Status einer geschützten Ursprungsbezeichnung.
Die Erzeuger auf der Insel, die wenige Kilometer vor der Küste Dalmatiens liegt, leiteten das Verfahren zur formellen Anerkennung ihres „Bračko-Olivenöls“ im August 2018 ein, als die Landwirtschaftliche Genossenschaft Supetar einen Antrag beim Landwirtschaftsministerium einreichte.
Gemäß der Definition wird das native Olivenöl extra mit der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) „Brač“ ausschließlich auf mechanischem Wege direkt aus der Olivenfrucht (Olea europaea L.) gewonnen. Darüber hinaus muss die einheimische Olivensorte Oblica mindestens 80 Prozent des Öls ausmachen.
Siehe auch: Preisgekrönter Produzent sagt, Kroaten müssten zu ihren traditionellen Wurzeln zurückkehrenDas Öl zeichnet sich durch einen geringen Gehalt an freien Fettsäuren, einen niedrigen Peroxidwert und einen hohen Gehalt an Polyphenolen aus.
Das native Olivenöl extra aus Brač weist eine ausgewogene Balance aus Bitterkeit, Schärfe und Fruchtigkeit auf, mit einem Aroma von frischen Oliven, Blättern und Gras.
Alle positiven und spezifischen Eigenschaften des Olivenöls von Brač werden gleichermaßen von der Olivensorte, den geologischen und klimatischen Bedingungen sowie dem Können der Olivenbauern und Ölproduzenten von Brač beeinflusst.
Auf Brač werden seit der Antike Oliven angebaut. Daher sind Oliven und Olivenöl Teil der Kultur und Lebensweise der Insel geworden.
Als historisch bedeutendste landwirtschaftliche Kulturpflanze der Insel wurden Oliven zum Synonym für Brač und seine wichtigste Olivensorte, Oblica. Im Weltkatalog der Olivensorten wird die Sorte sogar als „Bračka“ bezeichnet.
Das Olivenöl von Brač genießt seit langem einen historischen Ruf, da es auf der Insel seit dem 16. Jahrhundert ununterbrochen produziert wird.
Trotz dieser langen Tradition scheuen sich die Erzeuger nicht vor Modernisierungen und führen die neuesten agrartechnischen Verfahren und Mahltechniken ein. Dies hat dazu geführt, dass die Öle der Insel bei internationalen Olivenöl-Qualitätswettbewerben Anerkennung finden.
Mit dieser Anerkennung wird das Olivenöl von Brač nach Cres, Istrien, Korčula, Krk und Solta zum sechsten kroatischen nativen Olivenöl extra, das den DOP-Status erhält.
Insgesamt verfügt Kroatien nun über 33 landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel, deren Name in der Europäischen Union als g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) oder g.g.A. (geschützte geografische Angabe) registriert ist.