Kroatien erhält vierte g.U. für Olivenöl
Das native Olivenöl extra aus Solta wurde von der EU zugelassen und reiht sich damit in die Liste der anderen kroatischen g.U.-Produkte ein: Korčula, Krk und Cres.
Kroatiens Antrag auf Eintragung der Bezeichnung „Soltansko maslinovo ulje“ (Solta-Olivenöl) wurde genehmigt und in das Register der EU-Erzeugnisse mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) aufgenommen. Diese Nachricht wurde am 21. Oktober 2016 im Amtsblatt der EU offiziell bekannt gegeben.
Solta ist eine adriatische Insel im zentraldalmatinischen Archipel, die sich durch milde Winter und heiße, trockene Sommer auszeichnet. Das Olivenöl wird hier aus zwei einheimischen Olivensorten hergestellt: Levantinka (auch bekannt als Soltanka) und Oblica, die mehr als 95 Prozent der Olivenhaine auf der Insel ausmachen – wobei der Anteil der Levantinka etwas höher ist (50 bis 60 Prozent).
Für die Pflege der Olivenbäume und die Ernte der Oliven werden traditionelle Methoden angewendet. Die Früchte werden von Hand gepflückt oder mit kleinen Handrechen auf den mit Netzen bedeckten Boden gekehrt. Solta-Olivenöl soll ein fruchtiges Aroma mit einem Hauch von Banane sowie eine leichte Bitterkeit und Schärfe aufweisen.
Um die Anforderungen der g.U. zu erfüllen, müssen alle Produktionsschritte – vom Anbau über die Ernte und Verarbeitung bis hin zur Abfüllung und Verpackung – auf der Insel Solta und ihren sieben vorgelagerten Inselchen stattfinden, zu denen Polebrnjak, Saskinja, Balkun, Kamik, Sarac, Grmej und Stipanska gehören.
Die g.U. ist die höchste der drei Bezeichnungen im Rahmen des EU-Produktzertifizierungssystems für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel. Ein Produkt mit einer g.U.-Bezeichnung ist ein Produkt, das in einem bestimmten geografischen Gebiet hergestellt, verarbeitet und zubereitet wird.
Die beiden anderen Bezeichnungen sind die g.g.A. (geschützte geografische Angabe) für Erzeugnisse oder Lebensmittel, bei denen mindestens eine Stufe der Erzeugung, Verarbeitung oder Zubereitung in einem bestimmten geografischen Gebiet stattfindet, sowie die g.t.S. (garantiert traditionelle Spezialität) für Erzeugnisse, die hinsichtlich ihrer Zusammensetzung oder Herstellung einen „traditionellen Charakter“ aufweisen.
Zusammen mit den Inseln Korčula
, Krk
und Cres erhöht sich damit die Gesamtzahl der kroatischen Olivenöle, die auf EU-Ebene den DOP-Status erhalten haben, auf vier. Ein Antrag von der Halbinsel Istrien wartet noch auf seine Genehmigung.