Die Sorge um Olivenölknappheit in Italien wächst

Mehrere Organisationen haben eindringlich vor erheblichen Engpässen auf dem heimischen Einzelhandelsmarkt gewarnt. Andere gehen davon aus, dass steigende Preise zu einem Rückgang der Nachfrage führen werden.

Andrea Carassi, Generaldirektor des italienischen Verbandes der Speiseölindustrie (Assitol), hat gewarnt, dass Italien vor einer Olivenölknappheit steht, wie sie seit über einer Generation nicht mehr aufgetreten ist.

Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund einer Reihe enttäuschender Ernteprognosen im gesamten Mittelmeerraum.

Die Erzeuger in Spanien, dem weltweit größten Olivenölproduzenten, prognostizieren einen Produktionsrückgang von 50 Prozent. Auch die Behörden in Tunesien, Italien und Portugal rechnen in diesem Jahr mit erheblichen Produktionsrückgängen.

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„Wir hatten Anfang September von einem heißen Herbst für das Olivenöl gesprochen. Leider lagen wir nicht falsch“, sagte Carassi gegenüber Il Sole 24 Ore. „Das Missverhältnis zwischen Verbrauch und Produktion ist so groß, dass wir zwischen jetzt und dem nächsten Sommer möglicherweise nicht genug Öl für die Regale der großen Einzelhändler haben werden.“

Der italienische Binnenmarkt macht pro Saison etwa 600.000 Tonnen des Absatzes an nativem Olivenöl extra aus. Jüngsten Schätzungen zufolge wird jedoch aufgrund einer Reihe katastrophaler Wetterereignisse – von Stürmen bis hin zu Dürren – nur ein Drittel davon bereitgestellt werden können.

Die steigenden Energiepreise haben die Situation weiter verschärft, die Produktionskosten in die Höhe getrieben und Forderungen nach Subventionen für Produzenten und Verbraucher gleichermaßen laut werden lassen.

Carassi sieht jedoch eine Gefahr in einer künstlichen Senkung der Preise. Er sagte, dies könne zu einer noch früheren Erschöpfung der Vorräte führen, und dass „in einer Zeit, in der Olivenöl zu einem seltenen Gut wird, wir es für ratsam halten, den ständigen Rückgriff auf Sonderangebote zu vermeiden, die das Vertrauen der Verbraucher in den gesamten Olivenölsektor schädigen und den Wert unserer Bemühungen mindern würden.“

Dies wird jedoch wenig dazu beitragen, die Ängste der Verbraucher zu zerstreuen. Der italienische Verband unabhängiger Landwirte (Coldiretti) warnte, dass natives Olivenöl extra einen Rekordpreis von 10 € pro Liter erreichen könnte, da jeder Teil der Lieferkette – von der Produktion über die Verpackung bis hin zur Etikettierung und zum Transport – mit Kostensteigerungen von 30 bis 170 Prozent belastet ist.