Forscher siedeln Fledermäuse in andalusischen Olivenhainen an, um Schädlinge zu bekämpfen

Aufbauend auf Forschungsarbeiten in Spanien und Portugal zielt das Projekt „LIFE Olivares Vivos“ darauf ab, Fledermäuse wieder in Olivenhaine anzusiedeln, um so eine effizientere Schädlingsbekämpfung und Bodenverbesserung zu erreichen.

Nach Auswertung der Ergebnisse der Fledermaus-Wiederansiedlung auf der gesamten Iberischen Halbinsel kündigte das Projekt „LIFE Olivares Vivos+“ die Ausweitung dieser Initiative an, da sich eine wirksame Bekämpfung von Olivenbaumschädlingen mit entsprechenden ökologischen und finanziellen Vorteilen durch den geringeren Einsatz künstlicher Pestizide und Düngemittel verbindet.

Die Initiative entstand 2019, als ein Forschungsteam der Universität Évora (Portugal) in Spanien eine Reihe von Seminaren zur Wirksamkeit von Fledermäusen als natürliche Schädlingsbekämpfer durchführte und dabei deren Potenzial als wirtschaftliche und nachhaltige Alternative zum Einsatz chemischer Produkte hervorhob.

Während ihres Besuchs untersuchte das Team den LIFE-Olivares-Vivos+-Demonstrationsolivenhain in Virgen de los Milagros, Jaén. Mithilfe speziell entwickelter Instrumente und Computersoftware identifizierten sie im Laufe einer einzigen Nacht zwischen sechs und zehn verschiedene Fledermausarten im Hain.

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Die relativ hohe Anzahl der nachgewiesenen Fledermäuse wurde dem Olivenanbaumodell „Olivares Vivos“ zugeschrieben, das auf Forschungen der Abteilung für Ökologie der Universität Jaén in Zusammenarbeit mit der Versuchsstation für Trockengebiete des spanischen Nationalen Forschungsrats basiert.

Dieses Modell zielt darauf ab, die negativen Umweltauswirkungen des Olivenanbaus zu verringern und gleichzeitig die Biodiversität zu erhöhen. Dies wird erreicht durch die Einführung nicht-kultivierter einheimischer Arten, die Einrichtung von Infrastrukturen zur Unterstützung der Fauna wie Teiche, Nistkästen und Zaunpfähle sowie die Renaturierung sogenannter „unproduktiver Bereiche“ in Olivenhainen wie Schluchten, Bäche, Wege und Mauern.

Diese Unterschiede zwischen dem „Olivares Vivos“-Modell und den weitgehend einheitlichen Hoch- und Superhochdichte-Hainen, die heute weltweit verbreitet sind, sind für den Erhalt insektenfressender Fledermäuse von entscheidender Bedeutung, da die Echoortung ohne ökologische Variation unwirksam ist.

Eine groß angelegte Studie von Forschern der Universität Évora hat gezeigt, dass die strukturelle Vereinfachung die Aktivitätsmuster sowohl von insektenfressenden Fledermäusen als auch von Insektenschädlingen in Olivenhainen unterschiedlich beeinflusst. Darüber hinaus deutete sie darauf hin, dass die strukturelle Vereinfachung die biologische Schädlingsbekämpfung durch Fledermäuse bei wichtigen Olivenschädlingen wie dem Olivenfruchtmotten stark beeinträchtigen könnte.

Die Gastforscher kamen zu dem Schluss, dass das Modell „Olivares Vivos“ einen hervorragenden Lebensraum für viele Fledermausarten darstellt, von denen viele in der Region bedroht oder vom Aussterben bedroht sind.

Seitdem arbeiten die beiden Organisationen zusammen, um das Modell weiter zu verbessern und dabei insbesondere den Schutz der Fledermäuse in die Ziele einzubeziehen. Zu den neuen Maßnahmen, die aus dieser Zusammenarbeit hervorgegangen sind, gehört die Aufstellung mehrerer Meter hoher Pfähle mit verschiedenen angebrachten Strukturen, die als Unterschlupf und Nistplätze dienen sollen.

Diese ermutigen nicht nur Fledermäuse verschiedener Arten, das Gebiet zu besiedeln, sondern dienen auch als wertvolle Referenzpunkte für die Echoortung, ähnlich wie Landmarken. Solche Referenzpunkte sind wichtig für die Fähigkeit der Fledermäuse, das Gebiet zu kartieren und sich darin effektiv zu orientieren.

Wie bei allen Initiativen des Projekts LIFE hat die Wiederansiedlung von Fledermäusen in Olivenhainen neben den ökologischen Zielen auch ganz klare praktische und wirtschaftliche Ziele.

Ein einzelnes Tier verzehrt in der Regel zwischen 6.000 und 8.000 Insekten unterschiedlicher Größe und Art pro Nacht. Das bedeutet, dass Haine, die diesem Modell folgen, zwar eine weitaus größere biologische Vielfalt aufweisen, die Reduzierung von Schädlingsarten wie der Olivenfliege dennoch erheblich ist.

Zudem ist Fledermausguano extrem nitratreich, sodass er weltweit oft aus Höhlen für landwirtschaftliche Zwecke abgebaut wurde.

Dies verschafft den Landwirten einen weiteren wirtschaftlichen Vorteil durch geringere Inputkosten, da genau die Schädlinge, die die Fledermäuse verzehren, anschließend in einen effizienten und umweltfreundlichen Dünger umgewandelt werden.

Die ermutigenden Ergebnisse der bisherigen Forschung haben auch positive Auswirkungen auf die Ausweitung des LIFE-Projekts über Spanien hinaus in die Region Alentejo in Portugal, die Regionen Toskana und Apulien in Italien sowie auf den Peloponnes und Kreta in Griechenland.

In all diesen Gebieten gibt es sowohl ansässige als auch wandernde Fledermauspopulationen, und sie beherbergen verschiedene gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten, die von dieser und ähnlichen Initiativen profitieren können.