Die weltweite Olivenölproduktion wird laut Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) ein Vierjahreshoch erreichen
Es wird erwartet, dass die steigende Produktion in Verbindung mit den steigenden Pflanzenölpreisen zu Rekordwerten bei den Exporten und beim Olivenölverbrauch führen wird.
Laut dem jüngsten Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird die Olivenölproduktion im Erntejahr 2021/22 voraussichtlich den höchsten Stand seit vier Jahren erreichen.
Das USDA rechnet mit einer Produktion von 3,3 Millionen Tonnen – dem höchsten Stand seit dem Erntejahr 2017/18, das von Rekordernteerträgen in Algerien, Argentinien, der Europäischen Union, Marokko und Tunesien sowie einer Rekordernte in der Türkei geprägt war.
Siehe auch: Ernte-Updates 2021Die optimistische Produktionsprognose stützt sich vor allem auf die Erwartung hoher Erträge in Tunesien und der EU, die beide im Wirtschaftsjahr 2021/22 voraussichtlich 100.000 Tonnen mehr produzieren werden als im laufenden Wirtschaftsjahr.
Das USDA erklärte, dass es zudem davon ausgeht, dass die Olivenölexporte im nächsten Erntejahr Rekordhöhen erreichen werden. Die EU-Exporte sollen um 25.000 Tonnen auf insgesamt eine Million Tonnen steigen. Unterdessen werden sich die tunesischen Exporte voraussichtlich fast verdoppeln und 225.000 Tonnen erreichen.
Neben den Exporten wird auch der Olivenölverbrauch voraussichtlich Rekordhöhen erreichen, was vor allem auf die größere Verfügbarkeit auf dem Markt und die sich wandelnden Verbraucherpräferenzen bei der Verwendung von Olivenöl in der Hausmannskost zurückzuführen ist.
Die im vergangenen Jahr stetig gestiegenen Preise für Pflanzenöle haben Olivenöl für die meisten Verbraucher zudem erschwinglicher gemacht. Zwar sind die Preise in den drei Referenzmärkten der EU und in Tunesien gestiegen, doch haben sie nicht mit den Preisen anderer gängiger Pflanzenöle Schritt gehalten, die sich in den letzten 12 Monaten verdoppelt haben.
Da sowohl die Produktion als auch die Exporte und der Verbrauch voraussichtlich steigen werden, dürften die Endbestände an Olivenöl sowohl in der EU als auch im Rest der Welt ein Fünfjahrestief erreichen, fügte das USDA hinzu. Die Olivenölbestände liegen derzeit bei 510.000 Tonnen, dem niedrigsten Stand seit 2016/17.
Niedrige Endbestände und eine steigende Nachfrage nach Olivenöl bilden die Grundlage für weitere Preissteigerungen im Jahr 2022 – eine verlockende Aussicht für die Erzeuger nach mehr als drei Jahren, die sie als Zeiten mit untragbar niedrigen Preisen bezeichnet haben.