Olivenrat: Für das Erntejahr 2021/22 wird eine Erholung der Produktion erwartet

Die Olivenölproduktion ging im Wirtschaftsjahr 2020/21 ebenso wie der Verbrauch um fast acht Prozent zurück. Für das laufende Wirtschaftsjahr wird bei beiden eine Erholung erwartet.

Nach den neuesten Daten des Internationalen Olivenölrats (IOC) belief sich die weltweite Olivenölproduktion im Erntejahr 2020/21 auf 3.010.000 Tonnen.

Die endgültige Gesamtmenge für das vorangegangene Erntejahr lag etwa acht Prozent unter den 3.266.500 Tonnen, die für 2019/20 gemeldet wurden.

Die vom IOC veröffentlichten Jahreszahlen deuten jedoch darauf hin, dass für das Erntejahr 2021/22 eine teilweise Erholung erwartet wird, wobei die Produktion 3.098.500 Tonnen erreichen dürfte, was etwa drei Prozent mehr als in der vorangegangenen Saison entspricht.

Siehe auch: Weltweite Olivenölimporte gehen zurück

Die schwierigen klimatischen Bedingungen in vielen Teilen der Welt könnten dazu beigetragen haben, die Olivenhaine zu belasten und die Gesamtproduktion im laufenden Erntejahr zu verringern.

Ungewöhnlicher und schwerer Frühlingsfrost in ganz Europa, Hitzewellen und Dürre im gesamten Mittelmeerraum sowie außergewöhnliche Wetterereignisse wie heftige Hagelstürme und große Waldbrände trugen zu einer schwierigen Saison für viele Erzeugerländer bei.

Das IOC berichtete, dass 93 Prozent der gesamten Olivenölproduktion – 2.809.500 Tonnen – aus seinen 16 Mitgliedsländern und der Europäischen Union stammten.


Im Erntejahr 2020/21 übertraf die Europäische Union die Ergebnisse des vorangegangenen Erntejahres um 6,8 Prozent, was in erster Linie auf die höheren Erträge in Spanien zurückzuführen war.

Der weltweit größte Olivenölproduzent verzeichnete einen Anstieg um 23 Prozent auf 1.389.000 Tonnen. Die Produktion in Griechenland blieb hingegen mit 275.000 Tonnen stabil, während die Erträge in Italien um 25 Prozent auf 273.500 Tonnen sanken und Portugal einen Produktionsrückgang um 29 Prozent auf 100.000 Tonnen verzeichnete.

Außerhalb der EU zeigen die Daten des IOC einen Rückgang um 8,7 Prozent in der Türkei, deren Produktion 210.000 Tonnen erreichte, sowie einen Anstieg um 10 Prozent in Marokko auf 160.000 Tonnen. In Algerien sank die Produktion hingegen um 44 Prozent auf 70.500 Tonnen.

Den größten Produktionsrückgang in Nordafrika verzeichnete jedoch Tunesien, dessen Ertrag um 68 Prozent auf 140.000 Tonnen sank.

Nach Angaben des IOC sank der Olivenölverbrauch im Erntejahr 2020/21 um mehr als vier Prozent auf 3.125.000 Tonnen. Davon verbrauchten die IOC-Mitgliedsländer 2.054.000 Tonnen Olivenöl.

Das IOC prognostiziert, dass der weltweite Olivenölverbrauch im Erntejahr 2021/22 um fast drei Prozent auf 3.214.500 Tonnen steigen wird.

Die EU wird im gleichen Zeitraum voraussichtlich 1.974.100 Tonnen Olivenöl produzieren, 3,8 Prozent weniger als in der vorangegangenen Saison. Insgesamt rechnet das IOC damit, dass die Mitgliedsländer 2.910.500 Tonnen Olivenöl produzieren werden.

Das IOC schätzt zudem einen Rückgang der Tafelolivenproduktion im Erntejahr 2020/21 um 10 Prozent, wobei der Gesamtertrag auf 2.661.000 Tonnen sinken dürfte.

Spanien verzeichnete ein Wachstum von 19 Prozent und produzierte etwas mehr als 20 Prozent der weltweiten Tafeloliven. In Ägypten sank die Tafelolivenproduktion hingegen um 23 Prozent.

Für das Erntejahr 2021/22 erwartet der IOC einen Produktionsanstieg um sieben Prozent auf 2.486.500 Tonnen, wobei der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent steigen soll.