Steigende Olivenölpreise bremsen den Verbrauch in Europa nicht

Die steigende Nachfrage der privaten Haushalte und die Erholung des Gastronomiesektors sind die Hauptfaktoren für den Anstieg der Olivenölverkäufe in der EU.

Trotz des stetigen Anstiegs der Olivenölpreise in der Europäischen Union deuten die neuesten Daten aus dem Bericht über die kurzfristigen Agrarprognosen der Union darauf hin, dass auch der Verbrauch weiter zunimmt.

Dem Bericht zufolge wird das Erntejahr 2021/22 mit einem Anstieg des Olivenölverbrauchs um 11 Prozent in den wichtigsten Erzeugerländern der Union enden. In den übrigen EU-Mitgliedstaaten wird erwartet, dass der Verbrauch auf dem Niveau der Vorjahre bleibt.

Die Kommission nannte die steigende Nachfrage der Haushalte und die Erholung des Gastronomiesektors als Haupttreiber für den Anstieg der Olivenölverkäufe.

Siehe auch: Handelsverband lehnt vorgeschlagenen Einzelhandelsverkauf von Olivenöl in Großgebinden in Europa ab

Während eines Großteils der Jahre 2020 und 2021 gingen die Verkäufe von nativem Olivenöl extra an Restaurants deutlich zurück, da Länder auf dem gesamten Kontinent sporadisch in Lockdowns ein- und wieder aus ihnen herausfielen.

Der steigende Verbrauch in der EU folgt auf eine starke Ernte im Jahr 2021, bei der die wichtigsten Erzeugerländer der Union zusammen 2,3 Millionen Tonnen erbrachten, was einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Europäische Kommission führte den Produktionsanstieg auf einen Anstieg der Olivenernte um 7 Prozent und eine um 6 Prozent höhere Ölausbeute aus den Oliven zurück.

In Spanien, dem mit großem Abstand weltweit größten Olivenölproduzenten, sank die Menge der geernteten Oliven im Erntejahr 2021/22 im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent. Die Ölausbeute war jedoch um 17 Prozent höher.

In Griechenland, dem drittgrößten Produzenten Europas, stieg der Olivenertrag um 54 Prozent, der Ölgehalt sank jedoch um 33 Prozent. Das Ergebnis war ein Produktionsrückgang von 16 Prozent.

Unterdessen ernteten portugiesische Erzeuger und Produzenten im Wirtschaftsjahr 2021/22 59 Prozent mehr Oliven und verzeichneten einen Anstieg der Ölausbeute um 21 Prozent. Das Ergebnis war eine Rekordernte von 230.000 Tonnen Olivenöl.

Neben Produktion und Verbrauch steigen auch die Olivenölpreise in der EU. Die Kommission erklärte, die derzeitige Unsicherheit auf dem globalen Markt für Speiseöle aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine sei einer der Gründe für den Anstieg der Olivenölpreise für Verbraucher um 16 Prozent.

„Nach einem anfänglichen Schock aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine im März haben sich die Olivenölpreise in der EU leicht entspannt, liegen aber weiterhin deutlich über dem 5-Jahres-Durchschnitt“, heißt es in dem Bericht.

Die Preise in Griechenland und Spanien sind deutlich gestiegen und liegen 16 bzw. 19 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt.

„Diese Preise dürften aufgrund anhaltend hoher Produktions- und Transportkosten sowie der hohen Preise für andere Öle und Fette hoch bleiben“, heißt es in dem Bericht.

In den kommenden Monaten rechnet die Kommission damit, dass die Olivenölpreise aufgrund einer Kombination aus anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit in der Branche und einem Produktionsrückgang im Jahr 2022 hoch bleiben werden.

Spanien und Italien melden einen erheblichen Rückgang der Bewässerungswassermenge, was wahrscheinlich zu geringeren Olivenerträgen führen wird.

Unterdessen rechnen die Erzeuger in Portugal für 2022 mit einem leichten Rückgang, da viele ihrer Olivenhaine in ein Ertragsjahr im natürlichen Fruchtzyklus des Olivenbaums eintreten.

In Griechenland dürfte die Lage jedoch etwas besser ausfallen, da dort nach einer enttäuschenden Ernte im Jahr 2021 mit einer Erholung der Produktion gerechnet wird.