Griechenland wird Italien als zweitgrößten Olivenölproduzenten Europas ablösen
Den schlechten Ernten in Westeuropa stehen Rekorderträge in Griechenland und auf der Balkanhalbinsel gegenüber.
Neue pessimistische Schätzungen zur Olivenölproduktion in Italien deuten darauf hin, dass die Ernte im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 120.000 Tonnen bzw. 37 Prozent zurückgehen könnte.
Das Ergebnis könnte sogar noch schlechter ausfallen, wenn die Anfang November vom italienischen Institut für Agrar- und Lebensmittelmarktforschung Ismea durchgeführte Untersuchung zutrifft.
Dieser Studie zufolge wird die Produktion im Erntejahr 2022/23 auf 208.000 Tonnen geschätzt, wodurch Italien vom zweitgrößten zum drittgrößten Olivenölproduzenten Europas zurückfallen würde.
Siehe auch: Aktuelles zur Ernte 2022In Spanien, dem weltweit größten Olivenölproduzenten, sind die Prognosen ebenfalls düster: Für das iberische Land wird ein Produktionsrückgang von 30 bis 50 Prozent erwartet. Auch in Portugal und Frankreich wird mit Ertragseinbußen gerechnet.
Die Ursache für diesen dramatischen Rückgang in Süd- und Westeuropa wird größtenteils auf die historische Dürre und die hohen Sommertemperaturen zurückgeführt, die das vegetative Wachstum der Olivenbäume und die Ölbildung in den Früchten beeinträchtigten.
Was die führenden Erzeugerländer betrifft, so wird geschätzt, dass nur Griechenland den Ertrag des Vorjahres übertreffen und mehr als 300.000 Tonnen erreichen kann, wodurch es den Platz einnimmt, der zuvor Italien gehörte.
Weitere Ausnahmen von der schlechten Ernte in Europa bilden die Olivenhaine entlang der übrigen Adriaküste der Balkanhalbinsel.
Ersten Berichten zufolge sind die Oliven in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro, wo rechtzeitige Regenfälle im August und September die Ölbildung begünstigten, in gutem Zustand.
Angesichts des geringen Auftretens von Schädlingen und Krankheiten rechnen die Erzeuger an der Adriaküste mit besseren Ernten als im Vorjahr und einer hohen Qualität. Sie sagten, die Olivenöle zeichneten sich durch ihre Würze und Bitterkeit aus, ohne dabei an Fruchtigkeit zu mangeln.
Die Europäische Kommission hat einen Rückgang der Olivenölproduktion um 25 Prozent in den sieben wichtigsten Erzeugerländern der 27-Mitglieder-Union prognostiziert.