Australische landwirtschaftliche Betriebe sind durch eine tödliche, saugende Wanze bedroht
Der Olivenblattkäfer hat Westaustralien befallen und droht, sich weiter im Land auszubreiten.
Zwei große Olivenbauern aus Westaustralien waren gezwungen, fast 7.000 ausgewachsene Olivenbäume zu fällen, die von der tödlichen Oliven-Spitzenwanze (Froggattia olivinia) befallen waren – im Rahmen eines Ausbruchs, der offiziell als in der Region endemisch eingestuft wurde.
Die Oliven-Spitzenwanze (ein Mitglied der Familie der Hemiptera, der saugenden Insekten) stammt ursprünglich aus Ostaustralien, und ihre Ausbreitung ist für Olivenbauern im Westen Australiens und in New South Wales besonders besorgniserregend, da sie den aktuellen und zukünftigen Ertrag eines Olivenbaums dramatisch beeinträchtigen kann, wobei die Schäden in einigen Fällen bis zu zwei Jahre anhalten können.
Die Bekämpfung des Problems kann sich für Landwirte als schwierig erweisen, da die Oliven-Spitzenwanze unter den Blättern lebt, frisst und sich dort vermehrt, was ihre Erkennung erschwert, sofern nicht jeder Baum genau überwacht wird.
Die Population der Oliven-Spitzenwanze vermehrt sich rasch, wenn sie unbehandelt bleibt, weshalb ein mehrstufiges Bekämpfungsprotokoll erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die Wanzen vollständig ausgerottet wurden.
Es gibt keine spezifisch vorgeschriebene Behandlung zur Beseitigung des Schädlings aus befallenen Hainen, und Experten empfehlen den Einsatz von insektiziden Seifensprays wie Pyrethrum. Diese Behandlungsoption wird von Landwirten jedoch nicht bevorzugt, da sie das Risiko birgt, in der Nähe lebende Bienen und Nützlinge zu schädigen sowie die Bodenqualität zu beeinträchtigen.
Die Schädigung von Nützlingen kann zu einem Populationsanstieg anderer Schädlinge führen, die zuvor in Schach gehalten wurden. Es wurden auch Fälle gemeldet, in denen die Oliven-Spitzenwanze eine Resistenz gegen häufig verwendete chemische Bekämpfungsmittel entwickelt hat.
Die Wanze hat sich bislang nicht über die Grenzen Australiens hinaus ausgebreitet, doch auf internationaler Ebene liegen nur begrenzte Forschungsergebnisse zur Bekämpfung ihres Bestands vor. Landwirte befürchten, dass sich die Wanze noch weiter ausbreiten könnte, da sie bekanntermaßen an Maschinen und sogar an Saisonarbeitern haftet, die von Betrieb zu Betrieb reisen, was ihre rasche Ausbreitung zu einem Grund zur Sorge unter den Beteiligten macht.
Nur die Zeit wird zeigen, ob die zur Bekämpfung des Befalls ergriffenen Maßnahmen erfolgreich waren. Experten für Schädlingsbekämpfung sagen, dass die Landwirte bis zum nächsten Jahr warten müssen, wenn das neue saisonale Wachstum einsetzt, um festzustellen, ob die charakteristischen gelben, fleckigen Blätter auftreten.
Die australische Olivenölindustrie hat in den letzten Jahren ein explosives Wachstum erlebt, wobei die Jahresproduktion zwischen 2010 und 2015 um durchschnittlich fast fünfzig Prozent gestiegen ist; dennoch spielt das Land auf dem internationalen Markt nach wie vor eine relativ untergeordnete Rolle und macht weniger als 0,5 Prozent der weltweiten Olivenölproduktion aus.