Europäisches Parlament verabschiedet Strategie „Vom Erzeuger zum Verbraucher“
Zu den wichtigsten Punkten des Plans zählen Tierschutz, Emissionsminderung und die Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung. Nun ist es Aufgabe der Europäischen Kommission, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorzulegen.
Im vergangenen Monat hat das Europäische Parlament die „Farm-to-Fork“-Strategie verabschiedet und damit den Weg für ein gesünderes und nachhaltigeres Lebensmittelsystem in der Europäischen Union geebnet.
Der Vorschlag von Anja Hazekamp, Mitglied des Europäischen Parlaments (MEP) der Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke und Berichterstatterin des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, wurde von 452 Abgeordneten unterstützt. 170 stimmten dagegen, 76 enthielten sich der Stimme.
Intensive Fleischproduktion und großflächige Monokulturen stellen derzeit eine zu große Belastung für Mensch und Tier dar. Hierfür müssen klare und messbare Ziele festgelegt werden.
Es ist nun Aufgabe der Europäischen Kommission, die Strategie als formellen Rechtsakt vorzuschlagen. Sobald dies geschehen ist, werden das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union darüber abstimmen, um sie zu ratifizieren.
Siehe auch: Die meisten Agrarausgaben richten mehr Schaden als Nutzen an, behauptet ein UN-Bericht„Unsere Landwirte leisten bereits hervorragende Arbeit. Wenn wir sie daher zu Recht auffordern, den Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln und Antibiotika weiter zu reduzieren, müssen wir sie unterstützen, damit die Produktion nicht einfach aus der EU abwandert“, sagte Herbert Dorfmann, Berichterstatter des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.
„Die Sicherstellung der Verfügbarkeit von Lebensmitteln zu angemessenen Preisen muss weiterhin Priorität haben“, fügte er hinzu.
Die Verabschiedung der „Farm-to-Fork“-Strategie durch die EU erfolgte nach intensiver Lobbyarbeit von beiden Seiten. Umweltverbände unterstützten die Strategie lautstark, während der EU-Bauernverband COPA-COGECA verzweifelte Versuche unternahm, die Europaabgeordneten davon abzubringen.
Während der Beratungen und nach der Verabschiedung der Strategie betonten die Gesetzgeber die Notwendigkeit eines nachhaltigen Lebensmittelversorgungssystems, das alle Beteiligten – vom Landwirt bis zum Verbraucher – einbezieht.
Um sicherzustellen, dass Landwirte einen fairen Anteil an den Erlösen aus ihren Erzeugnissen erhalten, schlugen die Abgeordneten vor, dass die Europäische Kommission daran arbeite, ihre Rolle innerhalb der Lieferkette zu stärken.
Zu den Hauptpunkten der Strategie gehören Tierschutz, Emissionsreduzierung und die Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung (FOPL).
Die Abgeordneten einigten sich darauf, umfassende, harmonisierte und wissenschaftlich fundierte Tierschutzindikatoren in der EU festzulegen. Dazu gehört die Notwendigkeit, die Verwendung von Käfigen in der Tierhaltung zu beenden. Tierische Erzeugnisse aus Nicht-EU-Ländern, die diese Anforderungen nicht erfüllen, würden ebenfalls verboten.
Die Abgeordneten forderten zudem ehrgeizige Emissionsreduktionen bei der Lebensmittelproduktion, gepaart mit der Förderung naturbasierter Lösungen und der Agroforstwirtschaft.
Die Abgeordneten schlugen ferner vor, eine vereinfachte FOPL zu verwenden, um den Verbrauchern bei der Auswahl gesünderer Lebensmittel zu helfen. Darüber hinaus will die EU diese Kennzeichnungen verbindlich vorschreiben, wobei Ausnahmen nur auf der Grundlage wissenschaftlicher Nachweise zulässig sein sollen.
Allerdings hatten die Abgeordneten bereits im April dafür gestimmt, Lebensmittel mit nur einer Zutat von der FOPL auszunehmen.
Thomas Haahr, Pressesprecher des Europäischen Parlaments, erklärte gegenüber Olive Oil Times, dass der volle Umfang der europaweiten FOPL noch unklar sei und in der Gesetzgebungsphase des Verfahrens im Europäischen Parlament diskutiert werden müsse.
Befürworter der „Farm-to-Fork“-Strategie erklärten jedoch, man bewege sich in die richtige Richtung.
„Unser Ernährungssystem muss reformiert werden, damit es im Rahmen der Tragfähigkeit unserer Erde funktioniert“, sagte Hazekamp. „Intensive Fleischproduktion und großflächige Monokulturen stellen derzeit eine zu große Belastung für Mensch und Tier dar. Hierfür müssen klare und messbare Ziele gesetzt werden.“
„Die Verantwortung für eine nachhaltigere Landwirtschaft muss eine gemeinsame Anstrengung von Landwirten und Verbrauchern sein“, schloss Dorfmann.