Unsicherheit führt in Spanien zu höheren Preisen
Verzerrte Daten und eine tödliche Krankheit haben auf dem spanischen Olivenölmarkt für Unruhe gesorgt. Die Produktion ist zurückgegangen, und die Olivenölpreise dürften in die Höhe schnellen.
Spanien wird 2016 voraussichtlich seine Olivenölproduktion drosseln und gleichzeitig die Preise anheben, was vor allem auf die nach unten korrigierten Produktionsprognosen der spanischen Regierung zurückzuführen ist, die zu Unsicherheit auf dem spanischen Olivenölmarkt geführt haben.
Der spanische Agrarrat hatte in einem aktuellen Bericht geschätzt, dass Spanien im Jahr 2016 1,3 Millionen Tonnen Olivenöl produzieren würde, doch stellte sich heraus, dass diese Schätzung etwas verfrüht war. Tatsächlich wurden die Produktionszahlen aus Andalusien und Extremadura nicht vollständig berücksichtigt, die sich als niedriger als erwartet herausstellten; der spanische Agrarrat stützte seine Schätzungen auf verzerrte Daten und zu optimistische Ertragsprognosen.
Siehe auch: Umfassende Berichterstattung zur Olivenernte
2016
Die Regierung berücksichtigte relevantere Zahlen und gab daher an, dass der tatsächliche Ertrag eher bei 1,311 Millionen Tonnen liegen würde, was immer noch nicht ausreicht, um die Nachfrage zu decken. Es ist wichtig zu beachten, dass die neu veröffentlichte Ertragszahl der spanischen Regierung für 2016 als offizieller Maßstab für die Preisgestaltung bei Olivenöl
und für wirtschaftliche Analysen dient.
Die Unsicherheiten, die sich aus den revidierten Zahlen der Regierung ergeben, sorgen für Unruhe auf dem spanischen Olivenölmarkt, doch sie sind nicht der einzige Faktor, der den Rückgang der Olivenölproduktion (sowie den Preisanstieg) erklärt.
Tatsächlich ist gerade eine Krankheit auf der Insel Mallorca aufgetreten, die sich als ernsthafte Bedrohung erwiesen hat. Die Insel hat Schutzmaßnahmen ergriffen, da der Erreger Xylella fastidiosa derzeit dort die Olivenbäume verwüstet.
Zudem haben die spanischen Olivenbauern relativ spät mit der Ernte begonnen, und viele Geschäfte verfügen noch nicht einmal über Olivenölvorräte.
Die Tatsache, dass die Inlandsnachfrage nicht vollständig gedeckt werden kann, ist wirtschaftlich nachteilig, doch die späte Ernte in Spanien hatte auch andere schwerwiegende Folgen: Portugiesische Olivenbauern haben viel früher mit der Ernte begonnen als ihre spanischen Kollegen, und der Marktanteil für spanisches Olivenöl in Portugal verzeichnet derzeit einen deutlichen Rückgang, da die portugiesischen Regale bereits mit einheimischen Olivenölen gefüllt sind.
All diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass die Olivenölpreise in Spanien in die Höhe schießen. Laut Poolred – dem von der spanischen Olivenstiftung festgelegten Preisindikator – bewegen sich die Olivenölpreise derzeit auf einem Aufwärtstrend. Ein Kilogramm natives Olivenöl extra kostet 3,46 € (3,67 $), während ein Kilogramm natives Olivenöl 3,17 € (3,37 $) kostet.
Die einzige spanische Provinz, die von dem Anstieg der Marktpreise profitiert hat, ist Jaén. Tatsächlich hatte die weltbekannte Provinz eine bessere Ernte als der Rest des Landes. Infolgedessen wird Jaén wahrscheinlich neue Marktanteile gewinnen und vom Anstieg der Olivenölpreise profitieren können, indem es sein Produkt zu einem höheren Preis als im letzten Jahr verkauft und gleichzeitig zufriedenstellende Ertragsniveaus aufrechterhält.