Mittelmeerdiät steht im Zusammenhang mit höherer Knochenmasse und Muskeldichte nach den Wechseljahren

Eine Studie hat ergeben, dass die Einhaltung der Mittelmeerdiät dazu beiträgt, Frauen vor einigen der gesundheitsschädlichen Folgen der Menopause zu schützen.

Zwar wird die mediterrane Ernährung (MedDiet) mit einem geringeren Auftreten von Krebs, Herzerkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht, doch haben sich bislang nur wenige Studien mit ihren Auswirkungen auf Beschwerden in den Wechseljahren befasst. Brasilianische Forscher fanden heraus, dass sie das Risiko für die Knochenschwundkrankheit Osteoporose sowie für den Muskelkraftverlust senkt, unter dem ältere Frauen häufig leiden.

Frauen nach der Menopause, insbesondere solche mit geringer Knochenmasse, sollten ihren Arzt fragen, ob sie von dieser Ernährungsweise profitieren könnten. – Thais Rasia Silva, Forscherin

„Wir haben festgestellt, dass die mediterrane Ernährung eine nützliche nichtmedizinische Strategie zur Vorbeugung von Osteoporose und Knochenbrüchen bei Frauen nach der Menopause sein könnte“, sagte die leitende Forscherin Thais Rasia Silva. „Frauen nach der Menopause, insbesondere solche mit geringer Knochenmasse, sollten ihren Arzt fragen, ob sie von dieser Ernährungsweise profitieren könnten.“

Die mediterrane Ernährung umfasst eine reichliche Zufuhr von Obst und Gemüse, Olivenöl, Kartoffeln, Getreide und Samen; einen mäßig hohen Verzehr von Fisch; sowie eine geringe Zufuhr von rotem Fleisch und gesättigten Fetten. Ein mäßiger, regelmäßiger Rotweinkonsum ist ebenfalls Teil des Ernährungsplans.

Laut Silva ist die Erforschung der Auswirkungen der Ernährung auf Frauen nach der Menopause wichtig, da eine verminderte Östrogenproduktion den Verlust an Knochenmasse verstärkt, was das Risiko für Knochenbrüche erhöht. Eine weitere Folge der Menopause und des Alterns ist der Rückgang der Skelettmuskelmasse – ein Problem, das die Kraft mindert und zu Erkrankungen sowie höheren Sterblichkeitsraten beiträgt.

Die Teilnehmerinnen der Studie waren 103 gesunde Frauen aus Brasilien mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren, die die Menopause durchschnittlich 5,5 Jahre zuvor durchlaufen hatten. Bei allen Frauen wurden Tests zur Messung der Knochenmineraldichte, der Muskelmasse und des Gesamtkörperfettanteils durchgeführt. Außerdem füllten sie Fragebögen zur Ernährungshäufigkeit aus, in denen sie angaben, was sie im vergangenen Monat gegessen hatten.

Die Analyse der Daten zeigte, dass diejenigen, die sich stärker an die Mittelmeerdiät hielten, eine signifikant höhere Knochenmineraldichte an der Lendenwirbelsäule sowie eine größere Muskelmasse aufwiesen, so Silva. Der offensichtliche Zusammenhang war unabhängig von ihrem aktuellen körperlichen Aktivitätsniveau, ihrem früheren Rauchverhalten oder der Frage, ob sie zuvor Hormonersatzmedikamente eingenommen hatten.

„Man braucht ausreichend Kalzium, um die Knochen zu stärken, und Vitamin D, damit der Körper das Kalzium aufnehmen kann. Lebensmittel, die diese Nährstoffe enthalten, sind Grundpfeiler der Mittelmeerdiät“, erklärte die Ernährungswissenschaftlerin Vanessa Rissetto gegenüber Olive Oil Times.

„Beispielsweise enthalten Bohnen 191 mg Kalzium pro Tasse, und grünes Blattgemüse wie Brokkoli und Grünkohl enthält 43 Gramm pro Tasse. Zu den Vitamin-D-haltigen Lebensmitteln in diesem Ernährungsplan gehören Eier und fettreicher Fisch wie Lachs.“

Eine weitere Erkenntnis war, dass die Teilnehmer mit hoher Einhaltung der Mittelmeerdiät etwa fünf Jahre länger zur Schule gegangen waren als diejenigen mit geringer Einhaltung.

„Es ist wichtig, dieses höhere Bildungsniveau zu erwähnen, da Hinweise darauf hindeuten, dass die Qualität der Ernährung mit der Bildung zusammenhängen kann und eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Ernährungsverhaltens in Brasilien sowie in anderen Studien im Mittelmeerraum spielt“, sagte Silva.

Die Studie wurde auf der ENDO 2018 vorgestellt, der 100. Jahrestagung der Endocrine Society in Chicago, Illinois.