Olivenöl könnte bei der Behandlung von Blasenkrebs eine vielversprechende Rolle spielen

Eine Suspension aus Olivenöl und Mykobakterien zeigte die stärkste Hemmung des Tumorzellwachstums und stimulierte die höchste Konzentration an Zytokinen, die für die Auslösung einer antitumoralen Immunantwort in der Blase unerlässlich sind.

Seit fast 35 Jahren ist der Bacillus Calmette-Guerin (BCG)-Stamm, der aus Mycobacterium bovis (einem langsam wachsenden aeroben Bakterium, das Tuberkulose verursachen kann) gewonnen wird, die wirksamste Immuntherapie gegen nicht-invasiven Blasenkrebs.

Aufgrund des hohen Risikos schwerer Infektionen und der geringeren Verträglichkeit der BCG-Behandlung bei einigen Krebspatienten haben sich die Bemühungen jedoch auf die Suche nach sichereren alternativen Therapien konzentriert.

Vor etwas mehr als einem Jahr entdeckte eine Forschungsgruppe an der Universitat Autònoma de Barcelona unter der Leitung von Professorin Esther Julian die unglaubliche Wirksamkeit von Mycobacterium brumae (M. brumae) bei der Auslösung einer Immunantwort, die das Wachstum von Tumorzellen in der Blase von Mausmodellen hemmt.
Siehe auch: Gesundheitliche Vorteile
von Olivenöl Die Forschungsstudie zeigte, dass die Behandlung mit M. brumae im Vergleich zur BCG-Anwendung das Überleben von Mäusen mit Tumoren verlängerte und zudem nicht pathogen war.

Zwei wesentliche Probleme schränken jedoch die Wirksamkeit von M. brumae bei der Behandlung von nicht-invasivem Blasenkrebs ein.

Zum einen war dies die Bildung von Zellklumpen aufgrund der lipidreichen Zellwand der Mykobakterien, was deren Interaktion mit den Zielzellen verhinderte und somit die Antitumoraktivität der Mykobakterien einschränkte. Das andere Problem bestand darin, dass lebende Mykobakterien für eine optimale Antitumorwirkung bei Blasenkrebs erforderlich waren.

Um diese Probleme zu umgehen, hat dieselbe Forschungsgruppe nun eine Formulierung auf Basis einer Olivenöl-in-Wasser-Emulsion entwickelt, die nicht nur die Klumpenbildung verhindert, sondern auch lebensfähige Mykobakterien an den Zielort transportiert.

Tatsächlich konnten die Forscher sowohl in vitro als auch in vivo nachweisen, dass die Olivenöl-Mykobakterien-Suspension anderen getesteten Öl-Emulsionen überlegen war, indem sie die stärkste Hemmung des Tumorzellwachstums zeigte und gleichzeitig die höchste Konzentration an Zytokinen stimulierte, die für die Auslösung einer antitumoralen Immunantwort in der Blase unerlässlich sind.

Die Forschung hebt zudem die günstigen physikalisch-chemischen Eigenschaften der in Olivenöl emulgierten Mykobakterien hervor, wie beispielsweise einen niedrigeren pH-Wert und eine geringere Hydrophobie (wasserabweisende Eigenschaften), die für eine effiziente Interaktion mit der Blasenwand erforderlich sind, um das Wachstum der Tumorzellen zu verhindern.

Ein weiterer wichtiger Vorteil der Olivenöl-Mykobakterien-Emulsion war die verstärkte Anlagerung an das extrazelluläre Matrixprotein Fibronektin, das sich zuvor als entscheidend für die Auslösung einer Antitumor-Immunantwort erwiesen hatte.

Interessanterweise stellten die Autoren fest, dass die Emulsion aus Olivenöl und M. brumae bei Mäusen mit Tumoren zu einer 100-prozentigen Überlebensrate führte, was mit einer BCG-Behandlung in vivo nicht erreichbar war.

Der nächste Schritt der Forscher konzentriert sich nun darauf, Strategien zu finden, um „das Verhältnis zwischen therapeutischer Wirksamkeit und unerwünschten Ereignissen für die Patienten zu verbessern“, bevor die Ergebnisse in die klinische Praxis übertragen werden.

Daher sind diese neuen Erkenntnisse, obwohl sie vorläufig sind, sehr ermutigend und liefern weitere Belege für die Vorteile von Olivenöl in der Krebsbehandlung mit dem Potenzial als Wirkstoffträger. Dies eröffnet wiederum eine Fülle von Möglichkeiten für die therapeutische Anwendung dieses außergewöhnlichen Heilöls.