Ein chemisches Authentifizierungsverfahren kann die Herkunft von Olivenöl nachweisen

Ein dreijähriges Forschungsprojekt der italienischen Universität Salento hat ein neues chemisches Bildgebungsverfahren hervorgebracht, mit dem sich die Herkunft von Olivenölmischungen nachweisen lässt.

Mit seinen weithin gepriesenen gesundheitlichen Vorteilen und seiner beliebten Verwendung in Gerichten auf der ganzen Welt gewinnt das native Olivenöl extra zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Doch während der Wert dieses „flüssigen Goldes“ der Küche steigt, wächst auch das Risiko, dass Händler reines natives Olivenöl extra mit raffinierten Samenölen verdünnen – was bedeutet, dass Ihre Ölmischung möglicherweise nicht genau dem entspricht, was auf dem Etikett steht.

Derzeit gibt es kein offizielles wissenschaftliches Verfahren, mit dem die Echtheit und die geografische Herkunft einer Charge zertifiziert werden können. Und seit 2009, als die EU-Verordnung 182 Händler in allen europäischen Ländern dazu verpflichtete, ihre Olivenöle mit der geografischen Herkunft der Oliven zu kennzeichnen, ist der Bedarf an einer offiziellen Verifizierungsmethode nur noch dringlicher geworden. Dank eines dreijährigen Forschungsprojekts unter der Leitung von Francesco Paolo Fanizzi von der Universität Salento in Lecce, Italien, könnte ein neues chemisches Authentifizierungsverfahren jedoch eine Lösung bieten.

Die Region Apulien im Südosten Italiens ist der führende EVOO-Produzent des Landes. Dort befindet sich auch die Universität von Salento, an der Fanizzi als Professor für allgemeine und anorganische Chemie tätig ist. „Vor einigen Jahren“, sagte er, „wurde mir klar, dass die Bestimmung der geografischen Herkunft ein entscheidender Faktor ist, um den Kunden ein vollständig rückverfolgbares Produkt zu bieten und gleichzeitig die lokale Wirtschaft zu stärken.“

In dreijähriger Forschungsarbeit entwickelte Fanizzi ein Verfahren, das mittels Kernspinresonanz (NMR) Bilder von EVOO-Proben aus verschiedenen Regionen Süditaliens aufnimmt. Diese Bilder liefern Referenzmodelle, die später mit EVOO-Mischungen verglichen werden können, um deren Echtheit zu bestätigen oder zu widerlegen.

Fanizzi vergleicht den Ansatz mit der Erstellung eines „Olivenöl-Fingerabdrucks“, der eine Momentaufnahme aller in einer Ölprobe enthaltenen Moleküle liefert. Diese Momentaufnahme umfasst sowohl die genetischen Faktoren (Olivenkultivare) als auch die externen Faktoren (wie Boden und Klima eines bestimmten geografischen Gebiets), aus denen das Öl stammt. Diese Daten können in Referenzdatenbanken eingegeben werden, die dann zur Bestimmung der Herkunft von nativem Olivenöl extra genutzt werden können.

Die zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten dieser Methodik sind vielversprechend. „Es gibt auf nationaler (Italien) und internationaler Ebene Verpflichtungen zur umfassenden Nutzung dieser Datenbanken, aber es ist ein enormer Arbeitsaufwand erforderlich, um die relevantesten Sorten und geografischen Gebiete, aus denen EVOOs stammen, umfassend zu erfassen“, sagte Fanizzi. „Andererseits können wir derzeit problemlos eine Art Schutzwall um ein bestimmtes natives Olivenöl extra errichten, um das auf dem Etikett angegebene geografische Produktionsgebiet mit einer Datenbank zu untermauern. Wir arbeiten derzeit mit mehreren Unternehmen zusammen, darunter Certified Origins, um dieses Ziel zu erreichen.“

Da die Olivenölproduktion zunehmend kommerzialisiert wird, mag die Integration einer hochentwickelten NMR-Authentifizierung wie eine Abkehr von der Tradition erscheinen. Letztendlich könnte sie jedoch die Integrität von Erzeugern, Lieferanten und Verbrauchern schützen und sicherstellen, dass Olivenöl in jedem Schritt des Prozesses den höchsten Standards entspricht. Traditioneller geht es kaum.