Olivenbäume in Griechenland droht der „Tod durch die Säge“
Neben Preisschwankungen und Dürre müssen Olivenbauern in Griechenland nun auch damit fertig werden, dass Olivenbäume als Brennholz gestohlen werden.

Viele Jahre lang war Heizöl die einzige Heizquelle für Häuser und Wohnungen in Griechenland, und erst seit kurzem ist Erdgas für die Bewohner der Großstädte eine Alternative geworden. Alle anderen sind nach wie vor auf Heizöl angewiesen, um ihre Wohnungen im Winter warm zu halten, insbesondere in den nördlichen Regionen des Landes, wo die Wetterbedingungen rau sind.
Doch da die Heizölpreise auf 1,40 € pro Liter in die Höhe schießen und die finanziellen Mittel heute knapp sind, sind die Menschen gezwungen, auf andere, längst vergessene Heizmethoden wie Kamine und Öfen zurückzugreifen. Daher gibt es eine beispiellose Nachfrage nach Brennholz, und sogar die Regierung hat eingegriffen, um zu verhindern, dass feuchtes Holz als trocken verkauft wird. In den Bergen werden illegal Hunderte von Bäumen gefällt, um Brennholz für notleidende Bürger zu produzieren.
Und in letzter Zeit gab es viele Vorfälle, bei denen Olivenhaine nachts überfallen wurden und die Olivenbäume abgesägt wurden und verschwanden. Aus Kreta, Korinthia, Messinia und Euböa gibt es Berichte von Landwirten, die fassungslos waren, als sie feststellten, dass ihre kostbaren Haine zerstört worden waren. Der Schaden für die Olivenölindustrie als Ganzes ist minimal, doch der Schaden für den einzelnen Landwirt und seine Familie ist enorm, da sie stark auf das von ihnen hergestellte Olivenöl angewiesen sind, um den Jahresbedarf zu decken und sogar ein zusätzliches – und immer wichtiger werdendes – Einkommen durch den Verkauf eines Teils davon zu erzielen.
Unter den vielen Übeln, die die Krise mit sich bringt, liegt ein weiteres, das niemand vorhersagen konnte, und der Verlust wirtschaftlicher Ressourcen wirkt sich wie nie zuvor auf viele Aspekte unseres täglichen Lebens aus.