Spanisches Olivenöl im Kampf gegen den Klimawandel

Der spanische Olivenölsektor wird ein europäisches Projekt leiten, das sich mit der Eindämmung von Treibhausgasen im Zuge des Klimawandels befasst, indem der ökologische Fußabdruck des Olivenanbaus und der Ölproduktion ermittelt wird.

Die gemeinnützige Organisation „Interprofesional del Aceite de Oliva de España“ wird an einem europäischen Projekt teilnehmen, in dessen Rahmen der ökologische Fußabdruck von Olivenölen und deren Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen ermittelt werden soll.

Der spanische Olivenölsektor wird gemeinsam mit der Branchenvereinigung das europäische Pilotprojekt PEF (Production Environmental Footprint) leiten, eine Initiative, die die Eindämmung von Treibhausgasen im Rahmen des Klimawandels durch die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks des Olivenanbaus und der Ölproduktion untersuchen wird.

Der Klimawandel ist eine Realität, die von keinem Wissenschaftler in Frage gestellt wird, und die Mehrheit der spanischen Olivenölkonsumenten ist sich dessen weitgehend bewusst und berücksichtigt die Auswirkungen auf die Umwelt, wenn sie ihre Kaufentscheidung trifft.

Die EU-Umfrage Eurobarometer 367 ergab, dass 80 Prozent der Europäer gelegentlich darauf achten, Produkte zu kaufen, die in irgendeiner Form zur Verbesserung der Umwelt beitragen. Tatsächlich ist die Umweltbelastung eines Produkts für Verbraucher ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung, direkt nach Preis und Qualität.

Die Olivenölindustrie und -ketten erkennen an, dass Wirtschaftssektoren, die die Umweltinformationen ihrer Produkte effektiv kommunizieren, einen Vorteil gegenüber ihren Wettbewerbern haben, und die Hersteller haben durch die Verwendung von Umweltzeichen schnell Produkte und Dienstleistungen identifiziert, die über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg eine geringere Umweltbelastung aufweisen.

Damit die europäischen Olivenölverbraucher volles Vertrauen in die Umweltzeichen haben, hat die Europäische Kommission beschlossen, das Projekt „Pilot Lines“ zu starten, das die kategorischen Regeln für die Berechnung der Umweltauswirkungen von Olivenölen festlegen wird.

In diesem Zusammenhang strebt die Europäische Kommission die Entwicklung eines strategischen Rahmens an, der eine einheitliche Methode zur Messung des ökologischen Fußabdrucks eines Produkts (PEF) oder einer Organisation (Organization Environmental Footprint – OEF) festlegt, wobei der Schwerpunkt auf dem Lebenszyklus liegt. Das Projekt soll Anfang 2017 beginnen und Interessengruppen sowie Forscher aus Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland und Portugal einbeziehen.

Das Hauptziel der branchenübergreifenden Gruppe für das Projekt ist es, das derzeit zur Messung des ökologischen Fußabdrucks verwendete Modell zu verbessern, das lediglich die negativen Auswirkungen des Lebenszyklus von Olivenöl widerspiegelt und dabei die wichtige Rolle ignoriert, die die Landwirtschaft und die Olivenhaine im Kampf gegen den Klimawandel spielen.

Nach den vom Internationalen Olivenrat auf der Klimakonferenz im November in Marrakesch vorgelegten Daten schätzten Fachleute, dass der Lebenszyklus von einem Liter Olivenöl – von der Herstellung bis zum Verbrauch – 1,5 Kilogramm Kohlendioxid pro Kilogramm produziertem Öl verursacht. Die Öko-Label-Projekte gelten als Mittel zur Förderung sowohl der europäischen Olivenölwirtschaft als auch des Umweltschutzes.