Olivenbauern in Tunesien beklagen Preisverfall trotz steigender Ölpreise
Der Bauernverband in Sfax, Tunesien, forderte rasche Maßnahmen zur Regulierung des Exportpreises für Oliven.
Der regionale Bauernverband (Syndicat régional des agriculteurs) in Sfax, Tunesien, forderte das Nationale Ölamt (Office National de l’Huile) auf, rasch Maßnahmen zur Regulierung des Exportpreises für Oliven zu ergreifen.
Faouzi Zayani, Direktor des Verbandes, erklärte, der Preisverfall sei auf eine Senkung des Exportpreises für Oliven von 6.200 auf 5.650 tunesische Dinar pro Tonne (2.796 bis 3.038 US-Dollar) zurückzuführen. Er appellierte an den Landwirtschaftsminister, einzugreifen und den Preis anzupassen. Lokale Olivenproduzenten haben protestiert, dass der gesunkene Preis ihre Produktionskosten nicht deckt.
Tunesien verzeichnete in diesem Jahr eine Rekordernte von schätzungsweise 260.000 Tonnen, verglichen mit nur 70.000 Tonnen im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg um 370 Prozent, womit Tunesien bei der Olivenproduktion an der Spitze der Nicht-EU-Länder steht. Die Olivenanbauregion Sfax macht 30 Prozent der tunesischen Olivenernte aus.
Unterdessen war der Preis für tunesisches natives Olivenöl extra Ende letzten Monats auf 2,88 €/kg gestiegen, was einem Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Tunesiens Olivenölexporte sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen und machen 40 Prozent der tunesischen Agrarexporte sowie 10 Prozent aller nationalen Exporte aus. Nach Schätzungen des Direktors der Lebensmittelindustrie würden in diesem Jahr 170.000 Tonnen Olivenöl für den Export zur Verfügung stehen, was Einnahmen von über 1 Milliarde tunesischen Dinar (538.289.540 $) einbringen würde.
Doch trotz der diesjährigen Rekordernte scheint es, als würden die tunesischen Olivenbauern weniger erhalten, als sie erwartet hatten.