Argentinien zieht sich aus den Mercosur-Handelsverhandlungen zurück
Dieser Schritt ist ein schwerer Schlag für die Olivenölproduzenten, die möglicherweise den Kürzeren ziehen, während der Rest der Union Freihandelsabkommen mit Südkorea und Kanada aushandelt. Argentinien wird weiterhin mit dem Mercosur zusammenarbeiten, um ein zuvor mit der Europäischen Union vereinbartes Abkommen umzusetzen.
Argentinien hat angekündigt, sich aus den laufenden Handelsverhandlungen des Mercosur zurückzuziehen, einem Handelsblock, der sich aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zusammensetzt.
Vertreter des Außenministeriums des Landes nannten als Gründe für diesen Rückzug Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Inland, die Covid-19-Pandemie und die ihrer Ansicht nach überstürzte Aushandlung von einem halben Dutzend Freihandelsabkommen.
„Argentinien hat deutlich gemacht, dass die internationale Unsicherheit und die Lage unserer Wirtschaft eine Unterbrechung der Verhandlungen nahelegen“, erklärte das Außenministerium in einer Stellungnahme.
Zu den laufenden Handelsabkommen, aus denen sich Argentinien zurückzieht, gehören unter anderem die mit Kanada und Südkorea. Dies dürfte für die Olivenölexporteure des Landes einen herben Schlag bedeuten, da die Nachfrage nach Olivenöl in beiden Ländern stetig wächst.
Rund 80 Prozent der jährlichen Olivenölproduktion Argentiniens sind für den Export bestimmt.
Beamte des Ministeriums betonten jedoch, dass Argentinien weiterhin separat an der Umsetzung des zuvor vereinbarten Freihandelsabkommens zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union arbeiten werde.
Dieser Schritt würde den Weg für zollfreie Exporte von Olivenöl aus den Mercosur-Ländern in die EU und umgekehrt ebnen, sobald das Abkommen von allen 27 EU-Mitgliedstaaten ratifiziert ist. Alle vier Mercosur-Mitglieder haben das Abkommen bereits unterzeichnet.
Nach der Ratifizierung dürfte Argentinien zu den großen Gewinnern des Abkommens gehören. Die Abschaffung der Zölle wird argentinischen Produzenten den Zugang zu aufstrebenden und lukrativen Olivenölmärkten in Nordeuropa eröffnen.