Podiumsdiskussion in Ayvalık fordert Investitionen in den türkischen Olivensektor
Bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der „Ayvalık Olive Harvest Days“ wurde die Notwendigkeit erörtert, in den Olivenölsektor in der Türkei zu investieren und sich den internationalen Bemühungen anzuschließen.

In der Podiumsdiskussion, die im Rahmen der 10. Ayvalık-Olivenernte-Tage
stattfand, wurden der Anstieg des Binnenverbrauchs sowie die Probleme bei der Herstellung von Oliven und Olivenöl erörtert.
Im Cunda-Kulturzentrum fand eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Olivenöl verbindet dich mit dem Leben“ statt. Namık Kemal Nazlı, der Gouverneur von Ayvalık,
lokale Amtsträger sowie Vertreter der Olivenbranche aus Spanien, Griechenland, Italien, Marokko und Jordanien nahmen an der Podiumsdiskussion teil.
Neşet Akkoç, der stellvertretende Staatssekretär im Ministerium für Zoll und Handel, wies darauf hin, dass der Olivenölverbrauch in der Türkei in den letzten 10 Jahren von 900 Gramm auf 2 Kilogramm pro Kopf gestiegen sei.
Was die Exporte betrifft, so fanden seit Mai 2014 Präsentationen in Ländern wie Japan, China, Kanada, Brasilien und den USA statt. Akkoç erwähnte, dass die Türkei nur 4 Prozent des weltweiten Olivenölmarktes ausmacht, was nicht ausreiche. Er betonte, dass sich die Hersteller zusammenschließen, eine Marke etablieren und neue Märkte erschließen sollten.
Die Moderatorin der Podiumsdiskussion, Ümmühan Tibet, Präsidentin des Nationalen Oliven- und Olivenölverbands, erwähnte, dass die Türkei bis 2023 den zweiten Platz im Export anstrebt, direkt hinter Spanien.
Der Vorstandsvorsitzende der Handelskammer von Ayvalık, Benhan İbrahim Kantarcı, erklärte, sein Ziel sei es gewesen, die „Harvest Days“ zu einer internationalen Veranstaltung zu machen, was in diesem Jahr gelungen sei. Nun liege der Schwerpunkt darauf, den Olivenölverbrauch auf 3 Liter zu steigern und das türkische Olivenöl weltweit bekannt zu machen.
Bezirke wie Ayvalık, Edremit, Gemlik, Burhaniye und Didim traten dem Netzwerk der Mittelmeer-Olivenölstädte (Re.C.O.Med) bei, das in Spanien gegründet wurde und 13 Mitgliedsländer, darunter die Türkei, umfasst.
Elisa Scuto, Generalsekretärin von Re.C.O.Med, informierte über den Verband, der sich für die Aufnahme des Olivenanbaus in die UNESCO-Welterbeliste einsetzt.
Die Podiumsdiskussion befasste sich zudem mit einem Entwurf für ein Bergbaugesetz, das die Zerstörung von Olivenhainen in der Türkei sanktionieren würde. Die Kampagne „Olive ist das Leben“, die sich gegen diese Maßnahme richtet, hat bislang 156.000 Unterschriften gesammelt.
Soledad Serrano, die Präsidentin von QvExtra International, einer gemeinnützigen Organisation, deren Ziel es ist, höchste Qualität bei Olivenöl zu fördern und die Hersteller zu einem gemeinsamen Vorgehen zu bewegen, beklagte, dass die Olivenölhersteller in Spanien, dem weltweit führenden Olivenölproduzenten, von Tag zu Tag ärmer werden.
Gürkan Renklidağ, Vorsitzender des Verbandes der Ägäischen Oliven- und Olivenölexporteure, bekräftigte die Forderungen seiner Organisation nach Anreizen für den Anbau von Tafeloliven, um die Industrialisierung und die Produktverpackung zu verbessern.
Renklidağ fügte hinzu, dass der Verband öffentliche Fernsehspots vorbereitet habe, um in der Türkei das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen, und wies darauf hin, dass die Investitionen der Türkei in Oliven und Olivenöl eine Investition in die Zukunft des Landes seien.