Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Qualitätskontrollen in Europa verbesserungsbedürftig sind
Eine neue Studie hat ergeben, dass die Kennzeichnung von nativem Olivenöl als „Extra vergine“ in der EU ein weit verbreiteter Verstoß ist.
Die Europäische Union hat eine Studie über die von den Olivenöl produzierenden Staaten durchgeführten Qualitätskontrollen veröffentlicht.
Die Anforderungen für den Olivenölsektor sind in der Verordnung über die gemeinsame Marktorganisation (GMO) enthalten, einschließlich Vorschriften für Vermarktung, Kennzeichnung und Verpackung sowie einer Reihe von Begriffsbestimmungen, Bezeichnungen und Verkaufsbezeichnungen für Olivenöl.
Olivenöl gilt aufgrund seines im Vergleich zu anderen Lebensmitteln hohen wirtschaftlichen Werts als besonders betrugsanfällig, wie die Studie hervorhebt; es bestehen Vorschriften, um betrügerische Praktiken zu verhindern und die Qualität europäischer Öle zu verbessern.
Die erzeugenden Mitgliedstaaten sind dafür verantwortlich, jedes Jahr eine Mindestanzahl an Kontrollen durchzuführen, um sicherzustellen, dass Händler und Einzelhändler die Anforderungen einhalten.
Die Studie ergab, dass die Konformitätsprüfungen in Bezug auf den Verbraucherschutz und faire Handelspraktiken zwischen Unternehmen und Verbrauchern ausreichend waren, während andere Bereiche wie die Gewährleistung gleicher Wettbewerbsbedingungen und das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes für Olivenöl überprüft und verbessert werden müssen.
Was Verstöße betrifft, so waren die bei den Kontrollen am häufigsten beobachteten Fälle der Verkauf von nativem Olivenöl als natives Olivenöl extra sowie die Vermarktung von Mischungen aus anderen Pflanzenölen mit Olivenöl als reines Olivenöl.
Darüber hinaus müsse das bestehende Bewertungssystem für Konformitätskontrollen verbessert werden, so die Studie, um sicherzustellen, dass mehr personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden. Die Zusammenarbeit und Koordination zwischen nationalen und regionalen Behörden müsse verbessert werden.
Es gibt neun erzeugende Mitgliedstaaten (Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, Frankreich, Slowenien, Kroatien, Malta und Zypern), auf die 69 Prozent der weltweiten Olivenölproduktion entfallen. Der größte nicht erzeugende Verbraucher ist Deutschland, das rund vier Prozent des Olivenöls der EU aufnimmt.