Korsische Öle werden „von Hand geerntet“ oder „nach alter Tradition“ hergestellt

Die korsischen Olivenölproduzenten kündigten an, dass ihre Produkte je nachdem, ob die Oliven gepflückt wurden oder auf den Boden gefallen sind, entsprechend gekennzeichnet werden.

Das „L’Huile d’Olive de Corse-Oliu di Corsica“ ist ein Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) und ein Grund zum Stolz für die Bewohner dieser französischen Region. Doch das Olivenöl aus Korsika darf nicht als ein einziges Produkt betrachtet werden.

Der Erzeugerverband gab diese Woche auf der „Agriculture Exhibition“ in Paris bekannt, dass das Olivenöl aus Korsika künftig in zwei verschiedene Sorten unterteilt wird: „récolte sur l’arbre“ (am Baum geerntet) und „Old Stykle“ (nach alter Art geerntet). Jedes Produkt wird entsprechend dem Ernteverfahren gekennzeichnet.

Die erste Sorte wird durch das Pressen von Oliven gewonnen, die direkt vom Baum geerntet wurden. Die Oliven sind frisch und haben laut dem Verband einen Geschmack nach Mandel, Artischocke oder Tomate.

Die zweite Kategorie ist ein Olivenöl, das aus Früchten gewonnen wird, die von großen alten Bäumen heruntergefallen sind, die zu hoch sind, um eine manuelle oder maschinelle Ernte zu ermöglichen; sie sind oft 15 bis 20 Meter hoch und Hunderte von Jahren alt.

Von diesen natürlichen Giganten fallen die Oliven auf natürliche Weise herunter und werden in am Boden liegenden Netzen gesammelt. Es handelt sich um eine alte Methode, die mehrere Monate in Anspruch nimmt, sagte Antoine Santoni, ein Produzent aus Südkorsika, der angab, dass die Arbeiten im Juni abgeschlossen sein könnten.

Der Geschmack des auf „altmodische Weise“ gewonnenen Olivenöls ist natürlich süßer und weist Noten von schwarzen, reifen Oliven auf.

Sobald die Oliven in die Netze gefallen sind, müssen sie innerhalb von weniger als neun Tagen gemahlen werden, fügte Santoni hinzu.

Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass es für die Gewinnung hochwertiger nativer Olivenöle extra nicht ideal ist, die Oliven so lange reifen zu lassen, bis sie von selbst abfallen, und dann noch Tage mit dem Pressen zu warten.

Diese großen Bäume und die traditionellen Erntemethoden gelten als Teil des reichen Erbes der Insel, das die Korsen bewahren wollen.

Die Ernteauszeichnung ist für die Erzeuger freiwillig und eine Initiative der Union als Reaktion auf Forderungen nach transparenteren und klareren Angaben auf dem Etikett. Die Strategie ermöglicht es den Erzeugern, die Verbraucher zu informieren und ein wenig mehr über die Geschichte hinter dem Produkt und ihrem Land zu erzählen.

Dies war ein gutes Jahr für das korsische Olivenöl. Während die Mittelmeer-Nachbarn eine der schlechtesten Ernten ihres Lebens hinnehmen mussten, bildete Korsika, die sonnige, wilde Insel im Ligurischen Meer, eine Ausnahme. Die jährliche Olivenölproduktion belief sich auf insgesamt 170 Tonnen. Das entspricht einem Wachstum von 21 Prozent gegenüber der durchschnittlichen Produktion der Insel.