EU stellt 5 Millionen Euro für die Bekämpfung von Betrug im Olivenölsektor bereit
Forschungsprojekte zur besseren Aufdeckung von Betrug im Bereich Olivenöl könnten im Rahmen des neuen Programms der Europäischen Kommission rund 5 Millionen Euro (6,7 Millionen Dollar) erhalten.

Die Forschung zur besseren Aufdeckung von Betrug im Bereich Olivenöl könnte im Rahmen des neuen Programms „Horizont 2020“ der Europäischen Kommission rund 5 Millionen Euro (6,7 Millionen US-Dollar) erhalten.
Das fast 80 Milliarden Euro schwere Programm ist die größte Forschungs- und Innovationsinitiative der EU und wird mit dem Versprechen beworben, „mehr Durchbrüche, Entdeckungen und Weltneuheiten zu ermöglichen, indem großartige Ideen aus dem Labor auf den Markt gebracht werden“.
Im Rahmen des Teilprogramms zur nachhaltigen Ernährungssicherheit läuft bis zum 12. März eine Ausschreibung zum Thema Olivenölauthentifizierung.
„Olivenöl wird normalerweise zu einem höheren Preis als andere Pflanzenöle verkauft, und betrügerische Praktiken sind verlockend“, heißt es in den zugehörigen Informationen. Daher werden neue Analysemethoden gesucht, die dazu beitragen, das Image von Olivenöl zu wahren, indem sie dessen Qualität und Echtheit garantieren. Von besonderem Interesse ist der Nachweis von Mischungen aus nativem Olivenöl extra oder nativem Olivenöl mit mildem, desodoriertem Olivenöl sowie von nativem Olivenöl extra oder nativem Olivenöl mit anderen Pflanzenölen.
„Die Vorschläge sollten die Betrugsanfälligkeit im Olivenölsektor bewerten und Methoden sowie Analyseprotokolle entwickeln, validieren und harmonisieren, um unerwünschte Verarbeitungsschritte (z. B. Desodorierung) und Verfälschungen aufzudecken sowie die Qualität von Olivenöl auf der Grundlage neuartiger technologischer Fortschritte zu überprüfen“, heißt es in einer Zusammenfassung der Ausschreibung. Sie sollten zudem die Einrichtung einer Datenbank für Olivenöl untersuchen und zur Standardisierung beitragen.
Zu den konkreten Auswirkungen, die von der Forschung erwartet werden, gehört die Entwicklung „zuverlässiger, validierter, kosteneffizienter, harmonisierter und einsatzbereiter Methoden (z. B. auf der Grundlage genomischer, metabolomischer und anderer Werkzeuge) zur Aufdeckung von Betrugsfällen und zur Überprüfung der Qualität von Olivenöl“.
Die Kommission ist der Ansicht, dass „Vorschläge, die einen Beitrag der EU in Höhe von 5 Millionen Euro beantragen, es ermöglichen würden, diese spezifische Herausforderung angemessen anzugehen“, heißt es in der Ausschreibung weiter. An den Vorschlägen können Teilnehmer aus Ländern außerhalb der EU beteiligt sein.
Der Workshop zur Authentifizierung von Olivenöl, der im Juni letzten Jahres gemeinsam von der Kommission und dem Internationalen Olivenrat in Madrid veranstaltet wurde, identifizierte Schwerpunktbereiche, die als Grundlage für die Gestaltung der Projektausschreibung dienten.