Olivenölproduktion in Spanien bricht um 60 Prozent ein

Jüngsten Berichten zufolge ist die Olivenölproduktion in Spanien in den ersten vier Monaten dieser Saison um 62 Prozent zurückgegangen.

Laut der Olivenölagentur (AAO) ist die Olivenölproduktion in Spanien in den ersten vier Monaten dieser Saison im Vergleich zur letzten um 62 Prozent zurückgegangen.

Ihr jüngster Bericht weist für den Zeitraum Oktober bis Januar eine Produktion von knapp über 543.000 Tonnen aus, verglichen mit mehr als 1,4 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum der Saison 2011/12, als Spanien einen historischen Erntehöchststand verzeichnete.

Auch der Ertrag ist geringer. Mit durchschnittlich 18,04 Prozent bei 3 Millionen Tonnen Oliven liegt er 2,7 Prozentpunkte unter dem Wert der letzten Saison. Noch schlimmer für Spanien ist jedoch, dass auch die Verkaufszahlen zurückgegangen sind, und zwar um 17 Prozent gegenüber der letzten Saison.

Die Zahlen für Januar sind zwar noch vorläufig, deuten jedoch darauf hin, dass die Exporte im Vergleich zu 2011/12 um fast ein Viertel und im Vergleich zum Durchschnitt der letzten vier Saisons um 4 Prozent zurückgegangen sind; beim Inlandsverbrauch betrug der Rückgang 14 bzw. 9 Prozent. Spaniens monatlicher Durchschnitt bei den Exporten liegt in dieser Saison derzeit bei etwas über 58.000 Tonnen und beim Inlandsverbrauch bei 41.000 Tonnen.

Die Importe haben sich unterdessen mehr als verdoppelt. Von Oktober bis Januar importierte Spanien 42.900 Tonnen, verglichen mit 18.800 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 13.500 Tonnen in der Saison 2010/11.

Die Lagerbestände beliefen sich Ende Januar auf 881.500 Tonnen, 13 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten vier Saisons und deutlich unter den 1,4 Millionen Tonnen, über die Spanien zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres verfügte.

Der POOLred-Referenzpreis für Olivenöl ab Mühle lag in der Woche bis zum 27. Februar bei 2,76 €/kg, nach 2,81 € in der Vorwoche und 2,86 € Ende Januar, lag aber immer noch deutlich über den 1,67 €/kg von Anfang Juli letzten Jahres, als sich die Preise in Spanien nach mehreren Jahren auf Tiefstniveau wieder zu erholen begannen.

In einem Marktbericht der vergangenen Woche erklärte das Magazin „Olimerca“, dass die Verkäufe in letzter Zeit durch die Erwartung von Preisanstiegen im März gedämpft worden seien.

„Es kommen weiterhin Schiffsladungen mit Olivenöl aus Tunesien an“, fügte es hinzu, „und der Regen der letzten zwei Monate war sehr gut für den Boden, was auf eine Erholung in Form einer besseren Olivenblüte im Mai hindeutet.“

Tafeloliven

Die Erzeugung von Tafeloliven belief sich in den ersten fünf Monaten der Saison 2012/13 (Sept.–Jan.) auf insgesamt 479.940 Tonnen, 8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum der vergangenen Saison.

Im Gegensatz zum Olivenölmarkt sind die Exporte jedoch um 14 Prozent gestiegen und belaufen sich auf fast 123.000 Tonnen. Auch der Inlandsverbrauch ist um 6 Prozent gestiegen und macht einen Absatz von fast 73.000 Tonnen aus.

Spaniens Bestände an Tafeloliven beliefen sich zum 31. Januar auf insgesamt 614.120 Tonnen, was einem Rückgang von 10 Prozent gegenüber der letzten Saison entspricht.

Expansion des Tafelolivenmarktes in Indien

Spanien verzeichnet laut José Manuel Escrig, dem stellvertretenden Direktor des spanischen Verbandes der Tafelolivenproduzenten und -exporteure (Asemesa), eine wachsende Nachfrage nach seinen Tafeloliven in Indien.

Im Februar-Newsletter des Verbandes berichtete er, dass die Exporte spanischer Tafeloliven nach Indien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2011 um fast ein Viertel gestiegen sind.

Im Jahr 2012 importierte Indien etwas mehr als 1,1 Millionen Kilogramm spanischer Oliven im Wert von über 1,6 Millionen Euro, hauptsächlich der Sorte Hojiblanca. Zwei Drittel der Importe entfielen auf schwarze Oliven, mehr als die Hälfte davon in geschnittener Form, ein Viertel davon entkernt, so Escrig.