Weltweite Olivenölknappheit führt zu höheren Preisen
Die höheren Erträge in Griechenland und Tunesien reichten nicht aus, um die Ernteausfälle in Italien und Spanien auszugleichen.
Die weltweiten Olivenölpreise sind in die Höhe geschossen, da sich die Auswirkungen der katastrophalen Olivenernte des letzten Jahres in Europa nun auf der Verbraucherebene bemerkbar machen.
Mehrere aktuelle Artikel in den internationalen Medien berichten über die weltweite Olivenölknappheit und den daraus resultierenden Preisanstieg aufgrund der schlechten Ernten der Saison 2014–2015 in Spanien und Italien, den beiden Ländern, die für 70 Prozent der weltweiten Olivenölproduktion verantwortlich sind.
Spanien litt im Sommer 2014 unter extremer Hitze und Dürre, während Italien von Fruchtfliegenbefall und dem tödlichen Bakterium Xylella fastidiosa heimgesucht wurde, das die Olivenhaine in Apulien dezimiert hat.
Griechenland und Tunesien verzeichneten hingegen Ertragssteigerungen von 127 Prozent bzw. 300 Prozent im Vergleich zu den Werten von 2013/2014. Die tunesischen Olivenölexporte erreichten ein Rekordhoch und versiebenfachten sich im Vergleich zum Vorjahr, wobei der Großteil der Exporte – wenig überraschend – nach Italien und Spanien ging. Doch die Ertragssteigerungen in Griechenland und Tunesien reichten nicht aus, um die Engpässe in Italien und Spanien auszugleichen.
Bloomberg berichtete letzte Woche, dass Zahlen von Euromonitor darauf hindeuten, dass die Verbraucherpreise für Olivenöl um 10 Prozent gestiegen sind und nun die weltweite Inflationsrate für verpackte Lebensmittel um 3,7 Prozent übertreffen. Berichte von Oil World zeigten zudem, dass der Preis für spanisches natives Olivenöl extra mit 4.272 US-Dollar pro Tonne nun auf dem höchsten Stand seit April 2006 liegt.
Unter Berufung auf Zahlen der britischen Fachzeitschrift The Grocer, die über den britischen FMCG-Sektor (Fast-Moving Consumer Goods) berichtet, meldete The Guardian, dass der Durchschnittspreis für einen Liter natives Olivenöl extra von 6,32 £ (9,84 $) im Dezember 2014 auf 6,95 £ (10,82 $) im Juli 2015 gestiegen ist. Derselbe Artikel enthüllte, dass die Nachfrage nach Olivenöl seitens Einzelhändlern und Händlern im Juni 2015 um 12 Prozent höher war als das, was Exporteure liefern konnten.
Nach Angaben des Internationalen Olivenrats (IOC) beläuft sich die weltweite Gesamtproduktion in diesem Jahr auf 2,3 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um ein Drittel gegenüber der Vorjahresproduktion und dem niedrigsten Stand seit 2000 entspricht.